CSU will Teilnahmeverbot für Münchner Kammerspiele Lasse mir das Demonstrieren nicht verbieten

Interview am 18.7.2018 mit Matthias Lilienthal

Der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, wehrt sich gegen Bestrebungen der Münchner Stadtrats-CSU, den Kammerspielen und dem Volkstheater die Teilnahme an einer Demonstration gegen die Partei zu verbieten. Weder die CSU noch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter könnten ihm das verbieten, so Lilienthal im SWR2-Interview. Kammerspiele und Volkstheater initiieren eine Veranstaltung, die sich auch gegen die Flüchtlingspolitik der CSU richtet.

Demonstration gegen Rechtsruck in der Asylpolitik

Matthias Lilienthal ist gewohnt deutlich: Schockiert habe ihn die Bemerkung von Bundesinnenminister Horst Seehofer, an seinem 69. Geburtstag seien 69 Asylsuchende abgeschoben worden. So sei die Idee zur Demonstration "Ausgehetzt" entstanden, an der sich neben den Münchner Kammerspielen auch das Volkstheater beteiligt und welche sich gegen einen Rechtsruck in der Asylpolitik sowie die CSU-Politiker Seehofer, Dobrindt und Söder richtet.

"Orbanisierung" des Freistaats Bayern

Die CSU habe während der vergangenen Monate dreimal den ungarischen Präsidenten Orban eingeladen und "hat deutliche Überlegungen, den Freistaat Bayern zu orbanisieren. Das ist für uns Anlass genug, uns dagegen zu wehren."

Disziplinarrechtliche Konsequenzen?

An einer Demonstration persönlich teilzunehmen könnten ihm weder CSU noch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter verbieten, so Lilienthal. "Woraus sie disziplinarrechtlich etwas machen können ist, dass die Institution Kammerspiele zu dieser Demonstration aufgerufen hat". Er habe jedoch genügend Konflikte durchgestanden, um sich davor nicht zu fürchten.

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