Klimaschutzprotest

„Klimaschutz ist kein Verbrechen“: Künstler*innen erklären Solidarität mit „Letzte Generation“

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Aktivisten blockieren Straße in Berlin (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Paul Zinken)
„Was erzeugt mehr Druck und belebt den Klima-Diskurs intensiver als die entschlossene Störung des nach wie vor fossil geprägten Alltag?“ fragt die Erklärung. Foto: Paul Zinken

Mit einer gemeinsamen undatierten Erklärung haben Künstler*innen ihre Solidarität mit der Protestbewegung „Letzte Generation“ bekundet. Unter dem Titel „Klimaschutz ist kein Verbrechen“ erklären sie ihren Respekt für den Mut mit „dem die Aktivist*innen der ,Letzten Generation‘ Hass, Gewalt und Bestrafung in Kauf nehmen.“ Die Klima-Notlage rechtfertige zivilen gewaltfreien Widerstand, Handeln sei das Gebot der Stunde. Initiiert wurde die Erklärung von den Schauspieler*innen Sophie Basse, Birte Schrein, Daniel Stock und Sandrine Zenner sowie dem Theaterregisseur Volker Lösch und dem Autor Lothar Kittstein.

„Wir als Künstler*innen sind traditionell stolz darauf, Haltung zu zeigen, politisch zu sein. (...) Das sind die Maßstäbe, an denen wir uns in dieser entscheidenden Phase der Menschheitsgeschichte messen lassen müssen. Der drohende Kollaps gefährdet nicht zuletzt unsere Demokratie und damit die freiheitliche Gesellschaftsordnung, die wir als Künstler*innen für unsere Arbeit brauchen.“

Zu den fast 100 Erstunterzeichner*innen der Erklärung gehören unter anderem der Komponist Manos Tsangaris, die Schriftstellerin und Vizepräsidentin der Akademie der Künste Kathrin Röggla, die Regisseurin Amélie Niermeyer, der Stuttgarter Opernsänger Matthias Klink und Thomas Ostermeier, der Intendant der Schaubühne Berlin.

Aktionsgruppen unter dem Namen „Letzte Generation“ machen seit Monaten mit zahlreichen Sitz- und Straßenblockaden auf mangelnde Klimaschutzmaßnahmen aufmerksam. Die Mehrheit der Deutschen findet diese Art der Klimaproteste kontraproduktiv, wie repräsentative Umfragen belegen.

Gespräch Ohnmacht statt Zukunft – der Soziologe Stefan Schulz warnt vor den Folgen einer alternden Gesellschaft

Stefan Schulz hat Soziologie studiert und publiziert Bücher und Podcasts. In “Die Altenrepublik” warnt er vor den Gefahren der Demographie für die Demokratie und zeigt Lösungswege.

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Baden-Baden

Sprechen wir über Mord?! Kriminell fürs Klima – Raserei am Uranstollen

Mit Geigerzähler und Fotoapparat ist ein Student 1978 an einem Uranstollen bei Baden-Baden unterwegs. Nachdem Bergarbeiter ihm den Weg versperren, rast er mit seinem PKW auf sie zu, um zu fliehen. Die Staatsanwaltschaft klagt auf versuchten Mord. Verurteilt wird er schließlich wegen Nötigung. Ähnlich weit auseinander liegen auch heute zum Teil die Strafforderungen im Zusammenhang mit Klimaprotesten. Zum Beispiel wenn Straßenblockaden, wie die der Aktivistengruppe "Letzte Generation", Rettungsfahrzeuge behindern wie Anfang November 2022 in Berlin, als eine Radfahrerin nach einem Unfall mit einem Betonmischer gestorben ist. Thomas Fischer und Holger Schmidt diskutieren über Aktivismus und strafrechtliche Verantwortung.

Den von Holger Schmidt erwähnten Fernsehbeitrag von Teo Jägersberg finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=hEXnCHAJWno

ARD Terrorismusexperte Holger Schmidt und Bundesrichter a. D. Prof. Dr. Thomas Fischer diskutieren im „Sprechen wir über Mord?! Der SWR2 True Crime Podcast“ über wahre Verbrechen.

Thomas Fischer und Holger Schmidt treten am 12.01.2023 mit "Sprechen wir über Mord?!" live beim SWR Podcast-Festival auf!
Tickets gibt es hier: https://www.swr.de/home/podcastfestival-100.html

Noch mehr zum Thema ziviler Ungehorsam und wie viel davon eine Gesellschaft ertragen kann hören Sie in unserem Podcast "Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur.":
https://www.ardaudiothek.de/episode/was-geht-was-bleibt-zeitgeist-debatten-kultur/klimaprotest-und-beschmierte-kunst-wie-weit-muss-ziviler-ungehorsam-gehen/swr2/12051283/

Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur. Klimaprotest und beschmierte Kunst: Wie weit muss ziviler Ungehorsam gehen?

Blockierte Autobahnen und Unternehmenszentralen, Tomatensuppe auf einem Van Gogh und Kartoffelbrei auf einem Monet-Gemälde - die Aktionen von Klimaschützern werden immer radikaler. Einigen Medien, Politikern und Bürgern fehlt das Verständnis für die Proteste der „Letzten Generation“, auch innerhalb der Klimabewegung gibt es unterschiedliche Haltungen dazu, wie weit Protest gehen darf.

Wir haben Klimaaktivisten aus dem ganzen Spektrum gefragt, was sie sich von den Protestformen versprechen. Robin Celikates, Professor für Philosophie an der FU Berlin, erklärt, was effektiven Protest ausmacht und ab wann radikale Aktionen kontraproduktiv sind.

Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns an kulturpodcast@swr.de

Host: Christian Batzlen
Redaktion: Christian Batzlen und Max Knieriemen

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