Tanz

US-Choreograf William Forsythe übergibt sein Archiv an Karlsruher ZKM

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Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin während der Fotoprobe zu einer Choreografie William Forsythes (Foto: IMAGO, Foto: Martin Müller)
Archivarische Videoaufnahmen von Proben, Vorstellungen und Installationen sowie Programmhefte, Poster, Kritiken, Fotos, Publikationen, Korrespondenzen, und Auszeichnungen gehören zum Archiv, Forsythes persönliche Produktionsnotizen sollen später hinzukommen. Foto: Martin Müller

Der US-Choreograf William Forsythe übergibt sein Archiv an das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). Dort sollen seine zahlreichen audiovisuellen Medien und Dokumente der Forschung und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, teilte das ZKM am 11. Januar mit. Das Archiv enthalte die gesamte Schaffenszeit des 73-jährigen Künstlers seit den 1970er-Jahren.

Materialien von 1976 bis zur Gegenwart

Es beginne 1976 mit seiner Zeit am Stuttgarter Ballett und reiche über das Ballett Frankfurt (1984-2004) und der „The Forsythe Company“ (2005-2015) bis zur Gegenwart. Seit mehr als 50 Jahren beeinflusse der Künstler durch seine visionären Konzepte und Produktionen die Wahrnehmung der choreografischen Praxis, heißt es weiter. Die Werke des 73-Jährigen hätten die Praxis des Balletts aus der Identifikation mit dem klassischen Repertoire gelöst und zu einer dynamischen Kunstform des 21. Jahrhunderts transformiert.

Stärkung des ZKM als „Zentrum der performativen Wende“

Laut dem wissenschaftlich-künstlerischen Vorstand des ZKM, Peter Weibel, wird das Medienmuseum durch das audiovisuelle Archiv von William Forsythe als „Zentrum der performativen Wende gestärkt“. Das Archiv sei auch ein Geschenk für die Künstlerinnen und Künstler des 21. Jahrhunderts.

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