Besucherzahlen

Statistik des Deutschen Bühnenvereins offenbart: 86 Prozent weniger Besucher*innen

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GOTT (Foto: Pressestelle, Thorsten Wulff)
„Gott“ von Ferdinand von Schirach - wie hier am Badischen Staatstheater Karlsruhe - kam mit 105 Aufführungen auf den zweiten Platz der meistaufgeführten Werke des Sprechtheaters. Pressestelle Thorsten Wulff


In der Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns ist die Zahl der Aufführungen und Besuchenden an den deutschsprachigen Bühnen drastisch eingebrochen. Dies zeigt die am 29. Juli veröffentlichte Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins für die Spielzeit 2020/21. Gegenüber der Saison 2018/19, der letzten vor Corona, sei die Zahl der Zuschauer*innen um 86 Prozent zurückgegangen, teilte der Bühnenverein mit. Insgesamt wurden noch 2,54 Millionen Theaterbesuche gemeldet. Die Zahl der Aufführungen sank um 70 Prozent auf rund 22.700.

„Die vorliegende Werkstatistik zeigt einmal mehr die dramatischen Auswirkungen der pandemiebedingten Lockdowns. Jetzt ist es die Aufgabe der Bühnen, ihren Platz in der Gesellschaft zurückzuerobern und die so dringend benötigten künstlerischen Impulse für unser Leben zu geben.“

Rigoletto und Zauberflöte mit meisten Zuschauer*innen

Das am häufigsten aufgeführte Musiktheater-Werk der abgelaufenen Spielzeit war die Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ mit 111 Aufführungen und 30.326 Zuschauern. Den höchsten Publikumszuspruch hatte Verdis „Rigoletto" (u.a. bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt) mit knapp 193.000 Zuschauern bei 34 Aufführungen.
Im Sprechtheater lag „Extrawurst“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, eine Komödie über Integration und strukturellen Rassismus, mit 224 Aufführungen vorn. Auf dem zweiten Platz folgt „Gott“ von Ferdinand von Schirach. Das Drama über die Legitimität von Sterbehilfe kam auf 105 Aufführungen.

Für die Statistik haben 427 Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Daten gemeldet. In der Statistik fehlen die digitalen Angebote der Bühnen, die stark ausgeweitet wurden. Bei der Zahl der Inszenierungen machen die digitalen Formate fast 20 Prozent aller Produktionen aus, in der Vorsaison waren es noch 10 Prozent.

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Rezension von Pascal Fischer.

Luchterhand Verlag, 160 Seiten, 18 Euro
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