Zerwürfnis zwischen Gemeinderat Konstanz und Intendant Christoph Nix Konstanzer Theaterdämmerung

Kommentar am 23.2.2018 von Esther Leuffen

Der Gemeinderat hat am Abend des 22.2. eine Vertragsverlängerung von Theaterintendant Christoph Nix endgültig abgelehnt - in nichtöffentlicher Sitzung. Nix sagte daraufhin endgültig die Austragung der "Baden-Württembergischen Theatertage" ab. Der Kommentar zum aufsehenerregenden Krach zwischen Stadt und einem erfolgreichen Theatermacher, der im Zerwürfnis endet.

Der Paukenschlag von Konstanz

Es ist ein Paukenschlag! Das hat es noch nie in der Geschichte der Baden-Württembergischen Theatertage gegeben: Da bewirbt sich eine Stadt um die Austragung der Theatertage, bekommt den Zuschlag, und plötzlich macht der zuständige Theaterintendant einen Rückzieher.

Was ist passiert? Der Theaterintendant Christoph Nix wollte die Theatertage nur noch dann ausrichten, wenn er mehr Zeit bekommt und sein Vertrag verlängert wird. Weil er zum Ende seiner Amtszeit noch ein weiteres Großprojekt plant: das grenzübergreifende Theaterschiff Atlantis.

Esther Leuffen (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)
Esther Leuffen SWR - Alexander Kluge

Einige Gemeinderäte fühlten sich erpresst

Das ist aber einigen Gemeinderäten aufgestoßen. Sie fühlten sich erpresst: Umsetzung der Theatertage nur bei Vertragsverlängerung - das hat für böses Blut gesorgt.

Übereinander statt miteinander geredet

Statt miteinander zu reden hat man übereinander geredet - und das vor allem in der Öffentlichkeit. Auf dieser Bühne aber konnte die Stadtverwaltung nur verlieren, da es Christoph Nix immer gut verstanden hat, seine kulturpolitischen Überzeugungen medienwirksam zu inszenieren.

Hat sich Nix zu viele Feinde gemacht?

Etwa als es darum ging ein Programmkino in der Konstanzer Innenstadt oder Bäume am Seeufer zu erhalten. Öffentlich will es keiner sagen, aber hinter vorgehaltener Hand heißt es: Nix habe sich mit solchen Aktionen Feinde gemacht. Auch sei er im persönlichen Umgang schwierig.

Für Konstanz eine Tragödie

Auf eine Zusammenarbeit hätten wohl viele schlichtweg keine Lust mehr gehabt. Dass nun das Tischtuch zwischen Stadt und Theaterintendant wohl endgültig zerschnitten zu sein scheint, ist eine Tragödie. Denn man nutzt die prestigeträchtige Bühne nicht, die die Baden-Württembergischen Theatertage eigentliche bieten. Darüber hinaus schadet es dem Ansehen der Stadt Konstanz und beschädigt die Würde des Abschieds eines so erfolgreichen Theaterintendanten wie Christoph Nix.

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