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Kurz vor der erneuten Schließung der Theater konnte das Junge Ensemble Stuttgart noch mit der Premiere von „Paradies“ begeistern. Das Tanztheaterstück ist Teil der langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit von Intendantin Brigitte Dethier und dem belgischen Choreografen Ives Thuwis-de Leeuw.

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„Paradies“ lässt Kinder, Jugendliche und Erwachsene von ihren ganz persönlichen paradiesischen Momenten erzählen: gebrannte Mandeln, Achterbahn- und Autoscooter-Fahren, Erinnerung an die kuscheligen Vorlesestunden mit der Mutter oder Maries große Stunde als Frontfrau einer Band im Haus der Jugend. Was früher fast selbstverständlich erschien, bekommt in einer Zeit von Lockdown (light) und „Knuffelkontakt“-Regeln besondere Bedeutung.

Sehnsucht nach Leichtigkeit

Paradies - Tanztheater des Jungen Ensemble Stuttgart (Foto: Pressestelle, Alex Wunsch)
Acht Schauspielerinnen und Schauspieler berichten auf der Bühne von ihren paradiesischen Erinnerungen und Momenten. Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen
Das sind anrührende und persönliche Momente, vom Jahrmarktsbesuch oder der Vorlesestunde, einem Strandhaus oder der Bühnenperformance als Frontsängerin. Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen
Die witzigen und anrührenden Geschichten finden ihren Fortsetzung in ausdrucksstarken Tanzsequenzen – allein, zu zweit, alle gemeinsam. Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen
Da legt der 15-jährige Adrian einen beeindruckenden Breakdance auf die Bühne, die 11-jährige Yuna balanciert geschickt über den Körper von Lin, der als professioneller Tänzer mit ganz eigenwilligen Bewegungen fasziniert. Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen
Einige der Tanzperformances gehen auch ins Kämpferische über. Für sein persönliches Paradies muss man manchmal kämpfen... Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen
Dabei kann man aber auch auf der Strecke bleiben: So wird auch diese Inszenierung von der Wirklichkeit überholt – eine Premiere in der Gewissheit, dass es erst einmal nicht weitergehen wird. Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen
Das Paradies fällt nicht einfach so vom Himmel, man muss schon etwas dafür tun: Die kleine Josefine bastelt den ganzen Abend hindurch an ihrem bunten Strandhaus. Pressestelle Alex Wunsch Bild in Detailansicht öffnen

„Es steckt – glaube ich – auch eine Sehnsucht nach Vergangenheit drin, nach Leichtigkeit und eine Sehnsucht nach Trost.“

Brigitte Dethier, Regisseurin und Intendantin des Jungen Ensembles Stuttgart

Energiegeladene Tanzsequenzen ergänzen die Geschichten

Die melancholischen, witzigen und anrührenden Storys finden ihren Fortsetzung in ausdrucksstarken Tanzsequenzen – mal allein, mal zu zweit, mal alle gemeinsam. Eben noch ausgelassen, dann wieder sehr reduziert, sehr innig, um schließlich ins Kämpferische zu wechseln. Mit demselben Elan soll das Theater nun auch der erneuten Schließung im Lockdown trotzen.

Paradies - Tanztheater des Jungen Ensemble Stuttgart (Foto: Pressestelle, Alex Wunsch)
Das Junge Ensemble Stuttgart präsentiert sein Tanztheaterstück „Paradies“. Pressestelle Alex Wunsch

Premiere – und dann in den Lockdown

„Wahnsinnig traurig“, findet Dethier diese vorläufige Schließung ab dem 2. November. Für Montag und Dienstag seien die Vorstellungen von „Paradies“ geplant gewesen. Andererseits ist die Regisseurin froh, dass immerhin die Premiere am Samstag noch stattfinden konnte und alle Gelegenheit hatten etwas Spielpraxis zu sammeln. Bei den kleinen Darsteller*innen sei es schwierig, berichtet Brigitte Dethier, wenn lange Pausenblöcke zwischen Aufführungen und Proben lägen.

Der Ansatz bei der Premiere scheint aber der richtige zu sein: An diesem Abend ist das gesamte Team samt Live Musik auf der Bühne perfekt unterwegs mit dem richtigen Gespür für melancholisch anrührende, witzige, aufwühlende und aufregende Momente.

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