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„Human, 8 words“ heißt die bereits fertig gestellte Choreografie des schottischen Tanzdirektor James Sutherland am Pfalztheater Kaiserslautern. Die Premiere musste wegen des Teil-Lockdowns schon mehrfach verschoben werden. James Sutherland und sein neuer Co-Direktor arbeiten derweil schon an neuen Produktionen, halten die bereits bestehenden immer aktuell und warten auf die Öffnung der Theater. Die Situation ist nicht einfach, alle Tänzer und Tänzerinnen sind in Kurzarbeit. Doch ein neuer Proberaum verschafft Perspektiven.

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Erarbeitete Choreographien „warmhalten“

Während Tanzdirektor James Sutherland „Human, 8 words“ im wahrsten Sinne „warmhalten“ muss, um jederzeit bereit für eine Aufführung zu sein, arbeitet er bereits auf Hochtouren an seinem nächsten Werk, einem ein zweiteiligen Abend über das „Ich“. So entsteht langsam ein ansehnliches Repertoire an Choreographien.

Human, 8 words (Foto: Pressestelle, Pfalztheater Kaiserslautern, Andreas Etter)
Expressive Körpersprache der Tänzer entstanden in der Coronakrise Pressestelle Pfalztheater Kaiserslautern, Andreas Etter

Alle Tänzer*innen können im neuen Probenraum dabei sein

Einen Titel gibt es noch nicht dafür. Doch James Sutherland, ist inspiriert von der Möglichkeit, mit seiner ganzen Kompanie in einem neuen großen Raum zu proben. Hier kann der Mindestabstand eingehalten werden und alle Tänzer*innen kommen zum Zug. Deswegen erlebt das Tanzensemble gerade eine besonders kreative und fruchtbare Zeit, neben den offensichtlichen Problemen gibt es den Vorteile, sehr intensiv arbeiten zu können.

Mehr Zeit für intensive Probenarbeit

Normalerweise jagt vor Weihnachten eine Vorstellung die nächste. Doch dieses Jahr kann die Probenarbeit ganz in Ruhe verlaufen. Etwas Neues zu gestalten, nicht auf den alten Pfaden zu trampeln - diese Idee steht ganz vorne auf der Todo-Liste des engagierten Tanzdirektors.

Human, 8 words (Foto: Pressestelle, Pfalztheater Kaiserslautern, Andreas Etter)
Tanzpose vor dem roten Sofa Pressestelle Pfalztheater Kaiserslautern, Andreas Etter

Die Coronakrise geht an ihm allerdings auch nicht spurlos vorbei, vor allem die Menschlichkeit und Nähe gingen verloren. Das spüren auch seine Tänzer*innen und es macht Sutherland nachdenklich. Er sagt, seine Verantwortung sei es, alle bei der Stange zu halten, sie zu motivieren und zu hoffen, dass sie irgendwann auch wieder auf der Bühne tanzen dürfen.

Human, 8 words (Foto: Pressestelle, Pfalztheater Kaiserslautern, Andreas Etter)
Alle Tänzer bringen persönliche Erfahrungen aus dem Lockdown mit Pressestelle Pfalztheater Kaiserslautern, Andreas Etter

Sorge um die Zukunft des Theaters

Und obwohl die Lage der subventionierten Stadt- und Staatstheater in Deutschland noch sehr privilegiert ist, macht sich James Sutherland Gedanken über die Zukunft:

 „Also ein bisschen ist das Gefühl, dass wir zur antiquierten Unterhaltung gehören, weil die neue Welt viel mehr mit Internet zu tun hat, das setzt unser System unter Druck, das ist sehr schwierig für das Theater überhaupt. Theater selbst wird es immer noch geben, aber es wird sich etwas ändern.  … Die Frage ist: Wie kommen wir zurück? Können wir überhaupt zurückkommen?“

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