Premierenkritik

„Hercules“ bei den Händel-Festspielen Karlsruhe: Eine durchweg gelungene Produktion

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AUTOR/IN
Bernd Künzig

Ein Superheld wird Opfer tödlicher Eifersucht. Mit diesem „Musical Drama“ – wie Händel das Oratorium „Hercules“ nannte – eröffneten am 18. Februar die diesjährigen Händelfestspiele am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, nachdem die Produktion im vergangenen Jahr pandemiebedingt abgesagt werden musste. Floris Visser führt Regie und Lars Ulrik Mortensen debütiert als Dirigent am Pult der Deutschen Händelsolisten.

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Filmisch und musikalisch inszeniert

Mit filmischem Raffinement, raschem Szenenwechsel im Labyrinth der Flure und Zimmer der mediterranen Villa auf der Drehbühne inszeniert Floris Visser ein Melodram, ein Gerichtsdrama und bitterböse aus dem Ruder laufende Szenen einer Ehe. Händel reiht in seiner perfekten Partitur meisterlicher Späte ein Juwel ans andere und Visser folgt dem mit absoluter Hingabe.

Darstellerisch und sängerisch liefert das homogene Ensemble eine virtuose Glanzleistung. Sie alle sind perfekt: Brendon Cedel als mächtiger Hercules, Ann Hallenberg als zerbrechliche Dejanira, der ungemein lyrische Moritz Kallenberg als Hyllus, und der mit glasklarer Höhe artikulierende Countertenor James Hall als Herkules' Adjudant Lichas.

Eine tadellose musikalische Leistung

Eine Stimme aber ragt heraus: Lauren Lodge-Campbell als Iole mit wunderschön zum Ausdruck gebrachten Koloraturen. Der Händel-Festspiele-Chor und die deutschen Händel-Solisten musizieren ohne jeden Fehl und Tadel absolut intonationssicher unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen. Hier haben alle alles richtig gemacht.

Impressionen von der Inszenierung

Hercules – Neuinszenierung im Rahmen der Händel-Festspiele Karlsruhe 2022. (Foto: Pressestelle, Badisches Staatstheater Karlsruhe / Falk von Traubenberg)
Ann Hallenberg (Dejanira), Brandon Cedel (Hercules). Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe / Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Ann Hallenberg (Dejanira), Moritz Kallenberg (Hyllus). Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe / Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Ann Hallenberg (Dejanira), Brandon Cedel (Hercules), Moritz Kallenberg (Hyllus, Lauren Lodge-Campbell (Iole), Statisterie. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe / Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Das „Hercules“ Ensemble. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe / Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Händel-Festspielchor und Statisterie. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe / Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Karlsruhe

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