Gespräch

Es wird immer schwieriger: Kleine Kulturveranstalter in der Corona-Krise

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Das Publikum reagiere unterschiedlich. Es gäbe die einen, die sich Sorgen machten. Aber es gäbe auch viele, die sagen würden, dass die Gefahr im Theater doch überschaubar sei. „Da man ja weiß, dass niemand im Saal ist oder sein kann, der nicht geimpft oder genesen ist, sind die meisten, glaube ich, dann doch relativ entspannt,“ sagt Claudia Wehner, Regisseurin und Mitglied des Leitungsteams der Kammerspiele Mainz.

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Irgendwann kann man die Beschäftigten nicht mehr bezahlen

Das Theater täte von seiner Seite alles, damit sich die Menschen sicher fühlen könnten. Den Betrieb könne man schon aufrechterhalten, aber man könne dann irgendwann die einhundert Freiberuflichen, die regelmäßig am Theater tätig seien: auf der Bühne, in der Technik, in der Ausstattung nicht mehr bezahlen.

„Und das andere Problem ist, dass die Älteren von uns so langsam das Geld was sie für's Alter zurückgelegt haben, aufgebraucht haben nach den langen Monaten, und die Jüngeren eigentlich jetzt zunehmend andere Jobs haben, um ihre Miete bezahlen zu können und damit auch nicht mehr so zur Verfügung stehen, wie wir es vom Spielplan her gerade bräuchten,“ sagt Wehner.

Die derzeitige Pandemiesituation ist für kleine Veranstalter bedrohlich

Wie es für die Mainzer Kammerspiele weitergehe, hänge auf jeden Fall auch davon ab, ob es nächstes Jahr weiterhin noch Hilfen vom Staat gebe oder nicht. Für kleinere Kulturveranstalter ist die derzeitige Pandemiesituation wieder bedrohlich, denn wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nur wenige Leute kommen, fragt sich, wie lange der Betrieb noch wirtschaftlich aufrechterhalten werden kann.

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