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Ein Musikfestival als Spielwiese: Das „Takeover“-Festival in Baden-Baden

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„Wir wollen in kleinem Rahmen damit starten und erfahren, was wir und das junge Publikum daraus lernen. Wir laden damit zu einer Art Zukunftslabor ein, einer Werkstatt, in der Ideen und Erfahrungen für künftige Festivals gesammelt werden“ sagt Dany Weyer, der im Festspielhaus Baden-Baden als Organisator mit dem „Takeover“ Festival künstlerisch neue Wege geht.

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Der Ansatz des Festivals bleibt offen: Die Teilnehmer*innen entwickeln alles selbst

An drei Tagen wird das Publikum selbst zum Akteur. So geht es etwa mit dem DJ und Ornithologen Dominik Eulberg auf Waldwanderung, die sich dann in gesampleten Sounds in der abendlichen Show wiederfindet.

Oder es begleitet den Touralltag der Jazzrausch Bigband und sitzt beim Uppercut Dance Theater direkt zwischen den Tänzern. Bei allen Programmpunkten steht die Partizipation des Publikums im Mittelpunkt. Wohin dieser Ansatz das Festival führt, das soll offenbleiben und sich mit den Teilnehmer*innen gemeinsam entwickeln.

Gespräch Der Erfolg der „Jazzrausch-Bigband“ – Warum House, Techno und Bigbandsound zueinander passen

Es sei wichtig, dass man sich als Musiker jeder Musikrichtung mit Respekt nähert, sagt der Bandleader der Jazzrausch-Bigband, Roman Sladek, im SWR2 Journal am Mittag. Wenn man das tue, dann spreche inhaltlich nichts dagegen, „alles mit allem zu vermischen“. Den Erfolg der Band erklärt Sladek mit der Lebensfreude, die sich in ihrer Musik vermittele. „Wir glauben an die Verbindung einer Musik, die für den Kopf was bietet, die aber auch Spaß macht.“ Dabei sei seine Band, die Techno- und House-Musik in den Bigband-Sound integriert, nicht nur bei jungen Menschen beliebt. „Genauso ist die Sehnsucht beim älteren Publikum, dass die Musik mal wieder richtig hinlangt, richtig auf die Kacke haut.“ Die seien heilfroh, dass sie mit Anspruch richtig Spaß haben könnten. Und die würden dann eben auch in den Techno-Club kommen, um Jazzrausch zu hören. Damit passiere gewissermaßen was echt Rückschrittliches: „und zwar, dass ne Band in einem Tanzlokal spielt. Das war früher bei Bigbands genauso“, so Sladek. „Früher waren es halt Ballsäle und heute sind es Techno-Clubs. Dass da eine Band spielt, hat etwas sehr Organisches und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum es gut funktioniert“. Insofern sei der Bigband-Sound von Jazzrausch im Techno-Club was Innovatives und gleichzeitig etwas Triviales.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

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