Schauspiel

Doppeltes Spiel – Die Zwillinge Klara und Maria Wördemann machen gemeinsam Theater

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AUTOR/IN
Mareike Gries

Klara und Maria Wördemann sind eineiige Zwillinge. Gemeinsam haben sie an der Schauspielschule in München studiert. Und auch ihr erstes Engagement hat sie nicht getrennt – sie gehören beide zum Ensemble des Staatstheaters Wiesbaden. Im Stück „König Lear“ teilen sie sich zwei verschiedene Rollen, ohne dass das Publikum dies bemerkt.

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Einmal Narr, einmal Königstochter: Die Schwestern sind flexibel

Die eine trägt ein langes weißes Kleid, die andere eine schwarze Pumphose. Der Narr von König Lear und die liebste Königstochter Cordelia sitzen Rücken an Rücken auf der dunklen Bühne, bilden einen zweistimmigen Chor.

Cordelia und der Narr in „King Lear“ werden gespielt von Klara und Maria Wördemann. Beide haben beide Rollen geprobt.

Wer wen spielt, kann von Vorstellung zu Vorstellung variieren, sagt Maria Wördemann: „Wir haben beide von beiden Rollen den ganzen Text gelernt und haben uns in den Proben erstmal immer abgewechselt. Und jeder hat alle Szenen gespielt. Mir persönlich ging es so, dass ich je nach Rolle Lieblingsszenen hatte, die ich gerne gespielt habe und andere Szenen, mit denen ich Schwierigkeiten hatte.“

Schauspielerische Eigenheiten überwiegen

Obwohl die Schwestern gleich aussehen, haben sie auf der Bühne eine unterschiedliche Energie. Maria Wördemann scheint der körperliche Ausdruck mehr zu liegen. Ihr Narr nimmt mehr Raum ein. Klara Wördemanns Stärke liegt eher in der Ruhe und der Kraft des sprachlichen Ausdrucks, was vor allem bei ihrer Cordelia deutlich wird.

In einem Beruf, in dem es auch um Einzigartigkeit geht und darum, ausgezeichnet zu werden, ständig mit der Konkurrenz leben zu müssen, ist es nicht immer einfach, sich so ähnlich zu sein.

Trotz oder wegen des Zwillingsdaseins beim Schauspiel gelandet?

Das hat sich schon bei der Aufnahmeprüfung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schauspielschule gezeigt, an der die Schwestern gleichzeitig ausgebildet wurden. Ob sie das dem Zwillingsdasein zu verdanken haben oder es trotzdem geschafft haben – sie wissen es bis heute nicht.

„Was uns immer kommuniziert wurde war, dass wir so unterschiedlich sind und sie sich einfach nicht entscheiden konnten.“

Ähnlich wie ein Theaterensemble sind die Klassen an Schauspielschulen optisch meist sehr durchmischt, um eine breite Auswahl für verschiedene Rollen zu haben. Umso erstaunlicher war es, als Intendant Uwe Eric Laufenberg auch beiden Schwestern das Angebot machte, ans Staatstheater Wiesbaden zu kommen.

Der Weg der Schwestern geht also gemeinsam weiter, sie haben die engste Vertraute und die schärfste Kritikerin immer greifbar.

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Mareike Gries