Gespräch

Der „Stückezertrümmerer“ Frank Castorf wird 70

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Als „Stückezertrümmerer“ wurde er bisweilen bezeichnet, der Theatermacher Frank Castorf, 25 Jahre lang Intendant der Berliner Volksbühne, der nun 70 Jahre alt wird.

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„Um Kampf und Krach geht es immer bei Frank Castorf“, sagt der Filmemacher Lutz Pehnert, er hat 2018 über Frank Castorf und die Volksbühne den Film „Partisan“ gedreht. Allerdings sei Frank Castorf auch ein „großartiger Regisseur der leisen Momente, der Poesie und der Liebe“, meint Lutz Pehnert.

Der Titel „Stückezertrümmerer“ sei mittlerweile ein Klischee. Castorf sei eigentlich ein Stückebauer und ein Weltenbauer. Dass Frank Castorf nun ein alter, weißer Theater-Patriarch sei, „das mag sein“, sagt Pehnert.

In Sätzen wie „Ich möchte mir von Frau Merkel nicht mit einem weinerlichen Gesicht sagen lassen, dass ich mir die Hände waschen muss.“ zeige sich ein selbstbewusster Frank Castorf, der denkt, er kann sich alles erlauben. Das Eigensinnige von Frank Castorf könne dann mitunter auch sehr engstirnig wirken, meint Lutz Pehnert.

Die Reaktionen in den Sozialen Medien auf die Haltung Castorfs zu Corona waren größtenteils durch Unverständnis geprägt:

Kein Problem, Herr #Castorf, dann sag ich's dir halt. https://t.co/chCFECmY8u

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