Gespräch

Warum der „Moderne Tanz“ UNESCO-Weltkulturerbe werden soll

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Wilm Hüffer

Nichts weniger als die Anerkennung des „Modernen Tanzes“ als UNESCO-Weltkulturerbe fordert einen Initiative um die Choreographin Eva Lajko. „Die Aufnahme in die Liste ist notwendig“, so Lajko im SWR2 Gespräch, denn Kunstform, Bewegungsschulung und Vermittlung des Modernen Tanz wären sonst bedroht.

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Neue Übungen zum Wahrnehmen von Bewegungen

„Moderner Tanz ist ja nicht nur eine Kunstform“, so Lajko, "sondern da geht es ja auch um die Praxis, um die Vermittlungspraxis, die der Moderne Tanz gibt.  Entstanden ist der Moderne Tanz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und da hätten die modernen Tänzer auch nach einer neuen Form der tänzerischen Körper- und Bewegungsschulung gesucht: Es seien neue Trainingsmethoden entwickelt worden wie Bewegungsaufgaben, Wahrnehmen von Körperreaktionen, Kinästhetik.

Befreiung von den kodierten Bewegungen des klassischen Balletts

Die ersten Modernen Tänzer*innen wie Gret Palucca oder Martha Graham mussten sich zunächst vom klassischen Ballett abgrenzen: „Damals gab es das Ballett mit den Spitzenschuh, die Frauen waren in ihren Tütüs, und damals haben sich vor allem auch Tänzerinnen der Spitzenschuhe entledigt und sich von den vorgegebenen kodierten Bewegungen befreit, die das Ballett vorgegeben hatte.“

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Der moderne Tanz hat den Boden eroberte

„Es wurde gesucht nach dem Spiel, auch mit der Schwerkraft, mit dem Boden“, Lajko .Der moderne Tanz habe sich den Boden erobert, sodass das Bewegungsspektrum erweitert wurde. Das klassische Ballett habe war ja vor allem in den höheren Ebenen stattgefunden, und damals wäre dann auch der tänzerische Ausdruck erweitert worden."

Geschützt werden soll vor allem auch die Art der Vermittlung

Was es schwierig mache, den Modernen Tanz explizit schützen zu lassen, ist seine Ausdrucksvielfalt, die praktisch alles mit aufnehmen kann, sagt Eva Lajko: „Es gab weniger normative Bewegungsvorgaben, es war eine Praxis, die die Kreativität der eigenen Bewegungsfindung vorangebracht hat und das Erfahren von Bewegungsmöglichkeiten, von Gesetzmäßigkeiten und auch das Bewegungsprinzipien ... und das Choreograpfieren.“

Und das sei etwas, was nach wie vor Revolutionär ist: in der Vermittlungsreise die Schüler, die Schülerinnen dahin zu führen. Was eigentlich geschützt werden müsse seien eben auch Techniken der Aneignung und der künstlerischen Praxis.

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