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Die globale Klimakastrophe ist auf der Opernbühne angekommen, in einer hochaktuellen und ästhetisch starken Inszenierung der Oper Stuttgart. Sie kombiniert Mahlers „Lied von der Erde“ mit einem Prosatext von Elfriede Jelinek und zeigt in einer berührenden Vision, was dereinst von der zerstörten Erde übrig geblieben sein könnte.

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Der Prosatext „Die Bienenkönige“ von Elfriede Jelinek stammt aus dem Jahr 1976 und entfaltet auf der Bühne des Stuttgarter Opernhauses eine Aktualität, wie sie brennender nicht sein könnte. Katja Bürkle steht inmitten einer verwüsteten Landschaft mit einer großen Wasserpfütze und ganz offensichtlich menschlichen Körpern, verpackt in weiße Plastiksäcke, und zieht Bilanz, zünisch und eiskalt.

Apokalyptisches Setting

Das Lied von der Erde (Foto: Pressestelle, Matthias Baus)
Auf dem Bild: Katja Bürkle Pressestelle Matthias Baus

Sie spielt ein gepanzertes Wesen, das von einem anderen Planeten auf die Erde gekommen ist und sich darüber amüsiert, wie hilflos die letzten Überlebenden auf der Erde versuchten, ihre Spezies zu retten.

Mahlers Liederzyklus trifft Jelineks Text

Der Stuttgarter Chefdramaturg Ingo Gerlach hat den Text von Jelinek mit Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ zusammengeführt, einem Liederzyklus, der in seiner Schönheit genauso erschütternd wirkt. Mahler schrieb ihn in einer Zeit privater Schicksalsschläge, unter anderem starb seine kleine Tochter und bei ihm wurde ein Herzklappenfehler diagnostiziert.

Das Lied von der Erde (Foto: Pressestelle, Matthias Baus)
Der Stuttgarter Chefdramaturg Ingo Gerlach hat den Text von Jelinek mit Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ zusammengeführt, einem Liederzyklus, der in seiner Schönheit genauso erschütternd wirkt. Mahler schrieb ihn in einer Zeit privater Schicksalsschläge, unter anderem starb seine kleine Tochter und bei ihm wurde eine tödliche Krankheit diagnostiziert. - Auf dem Bild: Evelyn Herlitzius Pressestelle Matthias Baus Bild in Detailansicht öffnen
Katja Bürkle ist vor zwölf Jahren aus Stuttgart an die Münchner Kammerspiele gewechselt und nun – was für ein Glück! – für diese Premiere zurückgekehrt. Sie spielt ein gepanzertes Wesen, das von einem anderen Planeten auf die Erde gekommen ist und sich darüber amüsiert, wie hilflos die letzten Überlebenden auf der Erde versuchten, ihre Spezies zu retten. - Auf dem Bild: Katja Bürkle Pressestelle Matthias Baus Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Bild: Thomas Blondelle Pressestelle Matthias Baus Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Bild: Thomas Blondelle, Simone Schneider und Martin Gantner Pressestelle Matthias Baus Bild in Detailansicht öffnen

Kommt nach dem Ende die Auferstehung?

Vier Sängerinnen und Sänger – Simone Schneider, Evelyn Herlitzius, Thomas Blondelle und Martin Gantner – stehen in zerlumpten Kostümen in einer Weltuntergangslandschaft, besingen den nahen Tod und die Schönheit der Blumen.

Das ist ergreifend, wie man es selten in einem Opernhaus erlebt – und wie vielleicht auch nur die Kunst es zeigen kann auf dieser apokalyptischen Opernbühne von Jo Schramm. Am Ende des Abends schwebt ein faszinierend strahlender neuer Planet hinab – ob dort die Hoffnung wohnt oder ob er nur eine Art Nahtod-Vision derjenigen ist, die sterben werden, erfahren wir nicht

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