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Die Festspiele im Pfalzbau Ludwigshafen sind in diesem Jahr wieder prominent besetzt. Highlights sind unter anderem das Stück „Sutra” von Sidi Larbi Cherkaoui und „Omphalos” von Damien Jalet. Beide Choreographen gehören zu den Besten, die der zeitgenössische Tanz derzeit zu bieten hat. Für seinen Tanzabend „Omphalos”, „Nabel der Welt”, hat sich Damien Jalet von mexikanischen Traditionen inspirieren lassen. In Paris entkam der berühmte Choreograph 2015 knapp den Bataclan-Attentätern. Choreografiert hat er auch schon für Madonna.

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Als Tänzer und Choreograf auf der ganzen Welt unterwegs

Der 43-jährige Tänzer und Choreograf gehört zu den besten Künstlern des zeitgenössischen Tanzes, seine Werke touren auf der ganzen Welt. Er interessiert sich für andere Völker und Kulturen, beschäftigt sich mit Mythen und Ritualen. Für „Omphalos” („Nabel der Welt”) hat sich Damien Jalet von Mexiko anregen lassen.

„Ich liebe es, dort zu kreieren, wo ich inspiriert werde. Mexiko hat bei mir etwas ausgelöst. Ich war wie ein Spiegel von einem Teil der Kultur dort und deshalb habe ich das gemacht.”

Damien Jalet

„Omphalos” von Damien Jalet

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Damien Jalet: 2015 knapp dem Attentat von Paris entkommen

Damien Jalet ist berühmt. Man merkt es ihm nicht an. Trotz seiner Erfolge ist er demütig geblieben. In Belgien aufgewachsen, interessiert er sich zunächst für das Theater. Das war seine erste Liebe, sagt er heute. Seine Eltern nahmen ihn auch mit zu Vorstellungen von Maurice Béjart.

Damien Jalet vertraut seinem Körper und seinem Instinkt, seine wichtigsten Ratgeber sagt er. Im November 2015 haben Körper und Instinkt ihm das Leben gerettet. Damals stand er in der Rue de Charonne in Paris nur wenige Meter von dem Attentäter entfernt, der Sekunden später das Feuer eröffnen sollte und viele Menschen tötete. Jalet rannte um sein Leben so schnell er konnte. Aus dieser Erfahrung, die ihn bis heute prägt, entstand das Werk „Through”. Eine berührende und unglaublich nachhaltende Inszenierung, die mit eindringlichen Bildern und Körpersprache von Tod, Leben und den Grenzen dazwischen erzählt.

Tänzer Damien Jalet (Foto: Damien Jalet und Madonna)
Damien Jalet und Madonna

Mit Madonna war es am Anfang „nicht so einfach”

Damien Jalet ist gefühlt überall auf der Welt und in jedem Medium zuhause. Gerade erst war er künstlerischer Berater für Madonnas „Madame X Tour“ und choreografierte ein Pas de deux für Madonna und ihre Tochter Lola.

„Am Anfang war das nicht so einfach”, erinnert sich Jalet. „Sie war so wichtig für mich, als ich Teenager war, und hatte so einen großen Einfluss damals. Sie hat sogar damit zu tun, dass ich überhaupt tanze. Am Anfang war es schwierig, sie als normale Kollegin zu sehen. Sie ist so leidenschaftlich und, wie man sich vorstellen kann, auch sehr fordernd und schwer zufrieden zu stellen. Aber es war eine gute Zusammenarbeit, und ich habe es sehr genossen.“

Ein Leben ohne Tanz? Unmöglich

Ohne Tanz kann sich Damien Jalet sein Leben schwer vorstellen. Aber sollte es doch mal so kommen, dass er auf ihn verzichten müsste, hätte er schon eine Idee.

„Manchmal träume ich davon, dass ich ein Töpfer bin in Kyoto und einfach wunderbare Tassen und Schüsseln und Platten mache, den ganzen Tag. Das ist, worüber ich nachdenke.”

Damien Jalet

Tanz Großes Zeitgefühl: „Omphalos“ von Damien Jalet beim Tanzfestival Rhein-Main

Das diesjährige Tanzfestival Rhein-Main an den Staatstheatern Wiesbaden und Darmstadt hat mit einem außergewöhnlichen Tanzabend des belgisch-französischen Künstlers Damien Jalet in Darmstadt eröffnet. Zwei Wochen lang sind unter dem Motto „Moving beyond“ sowie am Mousonturm in Frankfurt, der die freie Szene beherbergt, zahlreiche Tanzveranstaltungen zu sehen. Die Produktion „Omphalos“ von Damien Jalet in Darmstadt eröffnet vermittelt mit zyyklischen und spiralförmigen Tänzen eine szenische Wahrnehmung von Zeit. „Omphalos“ ist ein unvergleichlicher Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Bühne Bestechend: „Haus mit 14 Räumen” von Regina van Berkel in Koblenz

Mit einer Auftragschoreografie der international bekannten Choreografin Regina van Berkel hat das Theater Koblenz die Spielzeit eröffnet. Van Berkel nimmt das Buch „Mensch und Raum“ des Philosophen Otto Friedrich Bollnow als Ausgangspunkt für ihre erste Arbeit für das Ballett in Koblenz. Sie war viele Jahre Solotänzerin bei William Forsythe. „Haus mit 14 Räumen“ entlässt die Zuschauer mit einem Glücksgefühl. Eine bestechende Choreografie, die das Koblenzer Ensemble in Bestform zeigt.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Ballett Tanzfotografin Franziska Strauss: „Ich will die Anstrengung zeigen“

Franziska Strauss ist Fotografin und Bildbearbeiterin und konzentriert sich dabei auf Street- und Tanzfotografie. Schonungslos zeigen ihre Werke die Anstrengungen von TänzerInnen, aber auch das Schöne an diesem Beruf. Ines Pasz im SWR2 Musikgespräch mit Franziska Strauss.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

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