Gespräch

Demokratische Festspiele: Wie die Ludwigsburger Schlossfestspiele ihren Schwerpunkt mit Leben füllen

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Die Ludwigsburger Schlossfestspiele seien kein reines Musikfestival mehr, sondern mittlerweile interdisziplinär aufgestellt, sagt Festivalleiter Jochen Sandig in SWR2. Wichtig sei ihm dabei vor allem das Thema Demokratie.

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Musik schafft in Zeiten des Krieges Hoffnung und Leben

„Vor allem in diesen Zeiten, in denen Demokratie weltweit, vor allem in Europa, in Belarus und in Russland, stark aktiv bedroht ist, setzen wir da Akzente und Zeichen", so Sandig. Ein solches Zeichen sei etwa die Eröffnung der Schlossfestspiele mit der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv.

Zudem bemühe er sich, einen Ansatz zu finden, der die Festspiele in die Gesellschaft öffnet. So würden viele Formate und Veranstaltungen kostengünstig oder ganz kostenfrei angeboten. „Wir sehen die Künste in der Pflicht, utopische Räume zu schaffen für Trost“, so Sandig.

Dabei versuchten er und sein Team, den Finger in die Wunde zu legen, „da, wo es richtig weh tut.“ Grundsätzlich gebe es kaum etwas, das besser sei gegen den Krieg als Musik: „Die Instrumente der Musiker und Musikerinnen zielen auch auf Herz und Hirn, aber sie töten nicht, sie schaffen Hoffnung und Leben.“

Zur Person Die Dirigentin Oksana Lyniv – Temperament, Präzision und Tiefgang

Ende Juli 2021 war es die Sensation bei den Bayreuther Festspielen: Am Dirigentenpult zur Premiere von Wagners "Fliegendem Holländer" stand zum ersten Mal eine Frau, Oksana Lyniv. Danach großer Jubel, auch bei der Fachpresse.
Beindruckt hatte sie vor allem mit ihrer Präzision, ihrem dirigentischem Temperament und ihrer enormen musikalischen Tiefe. Seit Januar 2022 ist Oksana Lyniv jetzt Chefdirigentin des italienischen Opernorchesters in Bologna. Zuvor leitete sie das Opernhaus in Graz. Über den Musikbetrieb, ihre steile Karriere und ihren persönlichen Blick als Dirigentin auf das Leben erzählt sie in SWR2.
Von Dorothea Hußlein  mehr...

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