Bühne

Das Ende einer Tanzkarriere – Abschied der Stuttgarter Primaballerina Alicia Amatriain

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AUTOR/IN
Martina Klein

Mehr als 20 Jahre hat die Erste Solistin des Stuttgarter Balletts ihr Publikum begeistert. Gelenkigkeit, Körpersprache und vor allem die Fähigkeit, sich in ihre Rollen hineindenken zu können, haben Alicia Amatriain ausgezeichnet und international berühmt gemacht. Nun hat die 41-jährige einen radikalen Schlussstrich gezogen. Sie mache einen richtigen Cut, betont Alicia Amatrian: „Meine Prioritäten sind anders und ich will was anderes.“

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Das Cranko-Ballett „Onegin“ und die Rolle der Tatjana, die an der Liebe zu Onegin fast zerbricht und doch über ihn hinauswächst, das ist die Rolle, die sie ein Bühnenleben lang begleitet habe, sagt Alicia Amatriain.:

„Die Tatjana ist mit mir gereist durch die ganze Karriere. Sie war meine erste und zu ihr bin ich immer zurückgekommen, um was Neues zu finden.“

Friedemann Vogel (Foto: Pressestelle, Stuttgarter Ballett)
„Romeo und Julia“, Choreographie John Cranko, Im Bild: Alicia Amatriain und Friedemann Vogel Pressestelle Stuttgarter Ballett

Mit 14 Jahren aus San Sebastian zu Cranko nach Stuttgart.


Ihre Reise führte Alicia Amatriain schon 1994 – mit 14 Jahren – aus ihrer spanischen Heimat San Sebastian in die Cranko Schule nach Stuttgart. Der Sprung von der Elevin zur Solistin und dann 2002 bereits zur Ersten Solistin sind der Beginn einer großen Karriere. Ihre besondere körperliche Veranlagung, aber vor allem ihre Begabung, Rollen mit Leben zu füllen, heben sie hervor: 

Als Tänzerin Instrument der Choreographie

Friedemann Vogel (Foto: SWR, ©Katja Trautwein)
Friedemann Vogel:  „Alicia Amatriain war meine Partnerin, meine Freundin, meine Frau, wir haben unzählige Male auf der Bühne geheiratet.“ ©Katja Trautwein


Als Instrument beschreibt sich Alicia Amatriain in ihrer Rolle als Tänzerin – auch und vor allem in der Arbeit mit modernen Choreographen.

Über zwanzig Jahre hat Alicia Amatriain Hochleistung gebracht, an der Seite ihrer Partner Jason Reilly und Friedemann Vogel. Wenn man sich hundert prozentig sicher fühle, so, Amatriain und einfach loslassen könne, dann sei das perfekt und manchmal haben die gesagt, oh Mann!

 „Alicia Amatriain war meine Partnerin, meine Freundin, meine Frau, wir haben unzählige Male auf der Bühne geheiratet von Romeo bis Hamlet, tausende Hochzeiten hinter uns – wir haben uns blind verstanden.“

Schmerzen jahrelang weggetanzt

Der Prix Benois, der Tanzpreis Zukunft, weitere internationale Tanzpreise und der „Faust“ – alle diese Auszeichnungen stehen für eine Karriere, die auch ihren Preis hatte und der hieß Schmerzen. Alicia Amatriain tanzte sie jahrelang weg.

Nach einer Hüft-OP in diesem Jahr kann Alicia Amatriain, das auch über ihr neues Leben ohne Schmerzen sagen – aber es hat sich etwas verändert – der Kopf ist nicht mehr beim Tanzen. Selbst das Angebot, in das Leitungsteam der John Cranko Schule zu wechseln, lehnte sie ab.

Am 12. Juli verabschiedet sie sich bei der Vorstellung von Onegin im Stuttgarter Opernhaus.

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