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Kabarettist in SWR2 über Karriere und Flüchtlingshilfe Bodo Wartke: "Die Idioten sind nicht in der Mehrheit"

Bodo Wartke ist ein Multi-Talent, als Chansonnier und Kabarettist, Darsteller antiker Dramen und ständig unterwegs zu neuen Auftritten. Für SWR2 am Samstagnachmittag hat er den Koffer für einen Moment in die Ecke gestellt und davon erzählt, wie aus dem Physikstudenten der Kabarettist geworden ist.

Nur noch mit Bahncard 100 auf Reisen

Inzwischen reist Bodo Wartke mit der "Schwarzen Mamba", der Bahncard für die Erste Klasse. Anders gehe es nicht mehr, wenn man nachts mit der Regionalbahn im Ruhrgebiet unterwegs sei.

Auf der Bühne habe er eigentlich immer gestanden, erinnert sich der Kabarettist, schon als Kind im Schülertheater. Nur dass ihm erst während des Physikstudiums klargeworden sei, wie leicht er davon wirklich habe leben können.

Start in Berlin als Conferencier in der Varieté-Show

Kaum in Berlin angekommen, habe er als Conferencier einer Varieté-Show gleich gut verdient. "Drei Monate lang jeden Abend 50 Mark", erinnert sich Bodo Wartke, "da war ich zum ersten Mal unabhängig von meinen Eltern."

Aber der Kabarettist legt auch Wert auf eine ernste Seite. Wie Hochkultur, wie sich klassische Dramen eigentlich anhören müssten, damit man Spaß daran bekommt, diese Frage treibt ihn schon lange um.

"König Ödipus" in moderne Sprache übersetzt

Seit 2009 hat Bodo Wartke Szenen aus dem "König Ödipus" fest im Programm: "Ich kam auf die Idee, den Stoff einfach mal umzuschreiben, in moderne Sprache zu übersetzen, lustig, mit vielen Reimen und Musik. Ich war so beseelt davon, dass ich mich in der ersten Nacht noch hinsetzte und die erste Szene fertigschrieb."

"Die Idioten sind nicht in der Mehrheit"

Auch politisch ist der Kabarettist engagiert und schreckt nicht davor zurück, klar Position zu beziehen. Beim Besuch eines Bekannten habe er erlebt, wie gut die Flüchtlingshilfe in Köthen funktioniere, wie viele Menschen sich dort engagierten.

Straftaten müssten verfolgt werden, stellt Bodo Wartke klar, ob sie von Flüchtlingen oder Rechtsextremisten verübt würden. Aber in einem ist sich der Kabarettist sicher: "Die Idioten sind nicht in der Mehrheit."

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