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Die beiden Vorsitzenden des Verwaltungsrats vom Badischen Staatstheater Karlsruhe, Kunstministerin Theresia Bauer und der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup, haben sich am 10. Juli mit dem Personalrat des Theaters getroffen. Hintergrund sind die Vorwürfe gegen Intendant Peter Spuhler. Bekanntgegeben wurde außerdem die Freistellung eines leitenden Mitarbeiters gegen den Vorwürfe der Belästigung erhoben wurden. Der Mitarbeiter sieht sich verleumdet, die Staatsanwaltschaft prüft die Vorwürfe.

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Wichtige Begegnung für den Personalrat

Ministerin Theresia Bauer beschrieb das Gespräch im Rückblick als intensiv und ernsthaft, es sei gut gewesen auf direkte Tuchfühlung zu gehen. Man habe auch „den Blick nach vorne gerichtet“.

Auch Oberbürgermeister Frank Mentrup äußerte sich positiv über den Verlauf des Gesprächs. Er stellte klar, dass sich seine Einschätzung der Lage in letzter Zeit verändert habe. Die Vorwürfe gegen den Führungsstil des Generalintendanten Peter Spuhler hätten, seiner Meinung nach, eine neue Qualität erreicht.

Stärkung des Personalrats in Aussicht?

Über konkrete Befriedungsmaßnahmen wollten die Ministerin und der Oberbürgermeister keine Auskunft geben. Man sei darüber mit dem Personalrat im Gespräch. Auch die Rolle des Personalrats selbst war nach Aussage des Oberbürgermeisters Thema des gestrigen Nachmittags.

Der Personalrat hatte immer wieder gefordert, nicht nur als Gast an den Verwaltungsratssitzungen teilnehmen zu können – das könnte sich nun ändern. „Ich sehe da gute Chancen“, erklärte der Karlsruher Oberbürgermeister.

Generalintendanten-Modell soll bestehen bleiben

Der Personalrat des Badischen Staatstheaters habe als Arbeitnehmervertretung in der derzeitigen Situation große Verantwortung. In seinem Offenen Brief hatte der Personalrat vor einer Woche darauf verwiesen, dass das Generalintendanten-Modell dazu beitrage „das Fehlverhalten der Theaterleitung in seinen Auswirkungen für die Mitarbeiter*innen zu potenzieren.“

Oberbürgermeister Frank Mentrup machte gestern allerdings deutlich, dass an dem Generalintendanten-Modell nicht zu rütteln sei, da sich der Verwaltungsrat noch bis 2026 für dieses Modell entschieden habe. Für Mentrup liegt der nächste Schritt darin, Verantwortlichkeiten innerhalb des Hauses besser abzugrenzen und zu profilieren und etwa den Spartenleiterinnen und Spartenleitern mehr Verantwortung zu übertragen.

Dauerbaustelle Arbeitsklima

Auf die Frage, ob Peter Spuhler noch ihr Vertrauen habe, wollte die Ministerin übrigens nicht eingehen. Stattdessen verwies sie lieber auf grundsätzliche Fragen – weg von den aktuellen Vorwürfen rund um den Führungsstil des Karlsruher Generalintendanten: „An einem Ort wie dem Staatstheater, wo viele Menschen beschäftigt sind und man unter einem hohen Leistungsdruck steht, sind ein gutes Arbeitsklima, ein anständiger Umgang miteinander und gute Führungskultur eigentlich Dauerbaustellen.“

Der nächste Stichtag für die Beteiligten ist der 17. Juli, tag der Verwaltungsratssitzung.

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