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Im Theater Baden-Baden nähen Beschäftige Atemschutz-Masken in der Coronakrise (Foto: SWR, Eva Marburg)
Bis auf das dudelnde Radio herrscht konzentrierte Stille im Aufenthaltsraum der Technik im Theater Baden-Baden. Das Haus ist zur Zeit völlig lahmgelegt. Nur hier im Untergeschoss schneiden, falten, bügeln und stecken die Schauspielerinnen und Schauspieler des Ensembles sowie Mitarbeiter der Technik mehrere Stunden am Tag den Stoff für Atemschutzmasken. Eva Marburg
Es ist schon ein wenig merkwürdig zu sehen, wie sich die auf der Bühne so virtuosen Darsteller*innen hier mit den Stecknadeln abmühen. Eva Marburg
Als die offizielle Anfrage der Stadt kam, ob das Theater für die Berufsfeuerwehr und die freiwillige Feuerwehr Baden-Baden 3.000 Atemschutzmasken nähen könnte, war klar, dass die drei Näherinnen des Theaters das nicht alleine schaffen würden. Eva Marburg
Zum Glück hatte die Kostümchefin eine Idee, erzählt die Intendantin des Theaters Baden-Baden, Nicola May: „Sie hat sich überlegt wie das gehen kann und eine Art Fließbandsystem überlegt, wo man sich auch ohne jede Vorkenntnis einklinken kann.“ Eva Marburg
Am anderen Ende des Ganges im Kostümlager sitzt der Techniker Wolfgang Baer an der Nähmaschine. Er ist gelernter Polsterer. Stoisch zieht er hier die vorgefalteten Stoffteile durch die Maschine, danach werden die Bänder angenäht. Eine mühselige Arbeit – im Korb warten noch weitere 240 Stück. Die 3.000 sind noch nicht erreicht. Eva Marburg
In der Corona-Pause tätig sein, etwas konkret Sinnvolles, Greifbares tun, das sei den Mitarbeitern sehr wichtig, erzählt Intendantin Nicola May. Ihrem Aufruf, bei der Nähaktion mitzumachen, seien alle gerne gefolgt. Eva Marburg
Doch so hilfreich das Nähen von Atemschutzmasken vielleicht ist, einen Ersatz für den künstlerischen Beruf kann es für die Mitglieder des Theaterensembles zur Zeit trotzdem nicht geben. Eva Marburg
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