Theater Bilder zu "The Broken Circle" in Karlsruhe

Theater Bilder zu "The Broken Circle" in Karlsruhe

Bilder zu "The Broken Circle" in Karlsruhe (Foto: Pressestelle, Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß)
Dies sei ihr Abschiedskonzert, sagt die Bluegrass-Sängerin immer wieder, während sie munter auf der Bühne steht und singt (Frida Österberg). Ihr Name ist eigentlich Elise, doch sie nennt sich nun Alabama. Zu Beginn des Stückes sah man sie noch auf einem Stuhl sitzend, wie sie Tabletten mit Whiskey runterspülte. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
Es ist der Konzertabend eines verzweifelten Paares (Frida Österberg und Jannek Petri), das vielleicht mit der größten Aufgabe konfrontiert ist, die Eltern haben können: Den Tod des eigenen Kindes, der kleinen Maybelle, zu verarbeiten. Wie eine ständige Mahnung ist ihr Name als Schriftzug auf der hinteren Wand angebracht. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
An dieser Trauer wird das Paar zerbrechen. Denn beide trauern ganz unterschiedlich und finden deshalb nicht mehr zueinander. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
The Broken Circle ist ein Konzertabend – immer wieder kommt das Paar zusammen und singt, begleitet von einer wunderbaren Bluegrass Band. Die gemeinsame Musik soll ein Versuch sein, den Schmerz zu bewältigen, und wird doch nur zur Verdrängung. Rückblickend wird die Geschichte des Paares erzählt – die große Liebe von Elise und Didier. Die Reisen nach Amerika, die Geburt der Tochter, die Hochzeit in Las Vegas. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
So springt der Abend virtuos zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Jannek Petri als amerikabegeisterter Deutschcowboy zeigt sehr bewegend das frühere, unbeschwerte Glück mit dem Kind - eine kindergroße, animierte Puppe. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
Es folgt aber auch das verzweifelte Besäufnis am Whiskey, das bei Didier (Jannek Petri) immer wieder in langen Tiraden gegen Gott und den Glauben mündet: „Jave spielt sadistische Spielchen! Wir sollen alle unsere dreckigen Knie auf den Boden werfen. Ich bin ein Affe, und ich habe Angst.“ Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
So driften beide auseinander. Er verhärtet immer mehr. Und Alabama hat sich einen neuen Namen gegeben, weil die Trauer sie zu einer anderen gemacht habe. Am Ende folgt sie ihrer Tochter freiwillig in den Tod. Frida Österberg zeigt ihren Kampf auf beeindruckende Weise durch die Musik. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
Die Inszenierung fährt dabei viel, zieht alle Register, zeigt mit verschiedenen Mitteln eine Art Gesamtkunstwerk, in dem unterschiedliche Ebenen von Trauer erzählt werden: in den Songs, den direkten Ansprachen an das Publikum, in denen die Suche nach Hilfe zum Ausdruck kommt. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
Die Party-Animation illustriert die Verdrängung, die stattfindet – ebenso wie die comichaften Projektionen an der Rückwand, die wie ein Familienalbum schöner Erinnerungen an dem Geschehen vorbeiziehen. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
Man versteht das alles und bleibt trotzdem oft seltsam unberührt. Vielleicht liegt das an der Hochglanzästhetik, an der man dann doch abprallt. Eher in den stilleren als den lauten Momenten scheint manchmal auf, was die Liebe zum Kind und der Verlust dieses Kindes bedeuten könnte. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Felix Grünschloß
STAND