Gespräch

Beginn der Ruhrtriennale: Kultur fördert Fähigkeit zum Dialog

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AUTOR/IN
Doris Maull

Zum Auftakt der Ruhrtriennale 2022 betont Intendantin Barbara Frey die Bedeutung der Kultur für die Dialogfähigkeit der Gesellschaft: „Wir sind Sklaven der Social Media geworden, die ein Tempo vorgeben, das kein Mensch mitgehen kann – und haben die Rückwärts-Formel nicht“, sagt die Schweizer Regisseurin im Gespräch mit SWR2.

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Das größte Kulturfestival in Nordrhein-Westfalen solle ein Nachdenken anstoßen, wie man möglichst viele Menschen zur Kultur bringen könne: „Da drin liegt ein ganz hohes Potenzial zur Dialogfähigkeit“, meint Frey. Stellvertretend für einige der Projekte, die bei der diesjährigen Ruhrtriennale verwirklicht werden, nennt Frey das Drama „Das weite Land“ von Arthur Schnitzler, das sie selbst inszeniert hat. Sie verstehe das Stück als Porträt einer wohlhabenden Gesellschaft. „Die steht komplett am Abgrund, hat ihre Selbstwahrnehmung verloren“, so Frey. Dahinter stehe das Ober-Thema der Ruhrtriennale, nämlich die Frage: Wie organisieren wir Gesellschaft? Es gelte, den „blinden Fleck“ in der Mitte unserer Gesellschaft zu erkennen.

Barbara Frey stammt aus Basel. Sie führt seit der Spielzeit 2009/2010 das Schauspielhaus Zürich. 2020 übernahm sie für drei Spielzeiten die künstlerische Leitung der Ruhrtriennale.

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