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„Legende“ ist Ronald M. Schernikaus tausendseitiges Opus Magnum über Kommunismus und Kapitalismus im geteilten Deutschland. Stefan Puchers Bühnenadaption an der Berliner Volksbühne enttäuscht jedoch. Blind und blauäugig stolpert er durch das Buch.

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6:00 Uhr
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SWR2

Lebenswerk eines kommunistischen Paradiesvogels

Ronald M. Schernikau, der kommunistische Paradiesvogel aus West-Berlin, der am 1. September 1989 DDR-Bürger wurde, hat mit „Legende“ sein Opus Magnum vorgelegt: über Kommunismus und Kapitalismus in den beiden Deutschlands der achziger Jahre. Ein tausendseitiges Werk voll jährer Brüche, innerer Monologe, philosophischer Betrachtungen, erotischer Phantasien, das noch heute von bestürzender Aktualität ist.

Der Berliner Verbrecher Verlag hat Schernikaus Lebenswerk wieder aufgelegt. Regisseur Stefan Pucher zögerte nicht lange und wuchtete es nun auf die Theaterbretter der Berliner Volksbühne.

Tragische Heimatlosigkeit der Mutter

Am Anfang seiner Inszenierung steht Schernikaus Mutter Ellen. Der Liebe wegen emigriert die überzeugte Kommunistin von der DDR in die BRD – widerwillig. Im Fluchtauto überquert sie mit dem sechsjährigen Sohn die Grenze.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
10:05 Uhr
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SWR2

Dort erfolgt sofort die Desillusionierung: Der Freund hat eine neue Lebensgefährtin. Doppelt betrogen muss sich die junge Frau nun einrichten in einer Gesellschaft , die sie ablehnt und die ihr fremd ist.

Stefan Pucher stolpert blind durchs Buch

Stefan Pucher setzt diese Geschichte an den Anfang seines langen Abends. Am rechten Bühnenrand sitzt die Figur der Irene Binz ganz allein und erzählt. Gebannt folgt man ihrer Schilderung.

Als sie fertig ist, hat man mehr erfahren und erlebt als im gesamten Rest dieser blind und blauäugig durch das Buch holpernden und stolpernden Bühnenadaption.

Ronald M. Schernikaus „Legende“ unter der Regie von Stafan Pucher läuft noch bis zum 25.1.2020 an der Volksbühne Berlin.

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