Bühne Ballett vor spektakulärer Kulisse: "Tanz Pur4" im Gasometer Pforzheim

Von Marie-Dominique Wetzel

In der beliebten Reihe "Tanz Pur" am Theater Pforzheim bespielen internationale Choreographen auch außergewöhnliche Orte in der Stadt, wie jetzt in Teil 4 das stillgelegte Gasometer der Stadt. Dort werden seit einigen Jahren spektakuläre 360°-Panoramabilder von Yadegar Asisi gezeigt, wie derzeit das berühmte Great Barrier Reef vor der Küste Australiens. Eine spannende Kulisse für die Choreographien des Israeli Edan Gorlicki und des Schweizers Damian Gmür.

Ballett Bilder zur Choreografie von "Tanz Pur4" im Gasometer Pforzheim

0510 Ballett -  Tanz Pur 4 - Theater Pforzheim (Foto: Pressestelle, Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann)
Wenn sich auf der dritten Ebene des Gasometers die Türen öffnen, wähnt man sich in der faszinierenden Unterwasserwelt des wohl schönsten Korallenriffs überhaupt, auf der anderen Seite der Erdkugel, dem australischen Great Barrier Reef. Bunte Korallen, große Fischschwärme, Meeresschildkröten und Haie scheinen an einem vorbei zu schwimmen. Doch plötzlich tauchen hier auf der Plattform Tänzer in Kostümen der Jahrhundertwende auf.Auf dem Bild: Abraham Iglesias in "Diving the Yongala" von Edan Gorlicki. Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Männer in Gehröcken, Kinder in Matrosenanzügen, Frauen in hochgeschlossenen langen Kleidern spazieren vorbei, ein Matrose schrubbt den Boden als befänden wir uns auf einem Schiff. Ja, richtig, erklärt der Choreograph Edan Gorlicki: “Ich bin auf die Geschichte des Schiffs S.S. Yongala gestoßen, das am Reef im Jahr 1911 gesunken ist. Damals starben 120 Menschen. Das Schiffswrack wurde Teil des größten Unterwasser-Ökosystems der Welt und zum beliebtesten Tauchrevier. Bewegend fand ich, dass die Geschichte der Menschen, die dort starben, niemals erzählt wurde.“ Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Die Tänzer lösen sich immer mehr aus ihren Schauspieler-Rollen und beginnen kleine Szenen zu tanzen, mal allein, mal zu mehreren, mal auf den fünf Ebenen des Aussichtsturms, mal unten auf dem Meeresboden. Die Zuschauer können ihnen nach Belieben folgen oder ihre eigene Entdeckungstour machen. Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Plötzlich schrillen Alarmglocken und die Tänzer beginnen in wilder Panik umher zu rennen, prallen aufeinander, hangeln sich an den Geländern herunter. Der aus Israel stammende Choreograph Edan Gorlicki ist bei seiner Arbeit am stärksten auf die spektakuläre Kulisse des Korallenriffs und auf seine Geschichte eingegangen. Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Der Schweizer Choreograph Damian Gmür dagegen erzählt, er habe zuerst damit zu kämpfen gehabt, dass der Raum mit 800 Quadratmetern so riesig und die Korallenriff-Kulisse so dominant ist. Seine Choreographie nimmt nur indirekt auf die Kulisse des Korallenriffs Bezug.Auf dem Bild: "Wolken, die uns nicht tragen" mit Dario Wilminton und Selene Martello. Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Seine Tanzsprache für die vier Tänzerinnen und Tänzer in weiten, weißen Gewändern ist geprägt von wellenartigen, fließenden Bewegungen. Besonders der Tänzer, der von der 42 Meter hohen Decke des ehemaligen Gasometers in einem Hüftgurt hängt, imitiert in seinen langsamen, weichen Bewegungen das Schwimmen unter Wasser.Im Bild: "Wolken, die uns nicht tragen" mit Selene Martello. Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Die Tanzreihe an außergewöhnlichen Orten in der Stadt Pforzheim, soll natürlich auch dazu dienen, ein anderes Publikum für Tanztheater zu begeistern. Die ersten Aufführungen im Gasometer sind auf jeden Fall schon ausverkauft. Pressestelle Theater Pforzheim - Foto: Sabine Haymann Bild in Detailansicht öffnen
Dauer

"Tanz Pur 4" im Gasometer Pforzheim. Ballettabend mit neuen Werken von Damian Gmür, Edan Gorlicki und dem Choreografen-Kollektiv in Linköping. Die kommenden Vorstellungen sind ausverkauft.

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