Gespräch

Auftakt in Bayreuth mit „Tristan und Isolde“ - „großartig gemacht, eine erstaunliche Leistung“

STAND
INTERVIEW
Doris Maull

Mit Spannung war die Premiere von Tristan und Isolde in der Neu-Inszenierung von Roland Schwab in Bayreuth erwartet worden. Dann gab es beim Dirigenten einen "Ringtausch".

Audio herunterladen (6,8 MB | MP3)

Cornelius Meister hätte ursprünglich Tristan und Isolde dirigieren sollen, vertritt nun aber den an Corona erkrankten Pietari Inkinen beim Ring des Nibelungen. So kam bei Tristan und Isolde der Bayreuth-Newcomer Markus Poschner zum Zug. Der habe seine Sache „großartig“ gemacht, meint SWR2 Opernexperte Bernd Künzig, „vor allem im zweiten Akt zeigt er seine Stärken. Insgesamt war das eine erstaunliche Leistung.“ Markus Poschner hatte lediglich zehn Tage Zeit, die Premiere gemeinsam mit dem Ensemble vorzubereiten.

Bilder der Inszenierung auf Instagram:

Das Publikum sei nach der langen Corona-Pause begeistert gewesen und habe bereits nach dem ersten Akt schon frenetisch applaudiert, „Bravo“ gerufen und mit den Füßen getrampelt. „Da hat man sich wohl offensichtlich selbst gefeiert“, meint Künzig.

Dass man sich trotz wenig Handlung der Oper bei der Aufführung nicht langweilte, habe auch an den Bühnenbildern von Piero Vinciguerra gelegen: durch ein zum Himmel geöffnetes Oval konnten die Zuschauer vorbeiziehende Wolken oder den Sternenhimmel sehen.

Das Titelpaar Stephen Gould als Tristan und Catherine Foster als Isolde hat Bernd Künzig nicht begeistert, bei beiden sei die Textverständlichkeit nicht gut gewesen, und vor allem Stephen Gould habe bei den leisen Stellen zu laut gesungen. Überzeugender fand Bernd Künzig dagegen Georg Zeppenfeld als Marke  und Ekaterina Gubanova als Brangäne.

Bayreuther Festspiele 2022 - Alle aktuellen Beiträge auf einen Blick Bayreuther Festspiele 2022 - Alle aktuellen Beiträge auf einen Blick

Bayreuther Festspiele 2022 - Alle aktuellen Beiträge auf einen Blick  mehr...

Musikthema Zum Auftakt der Bayreuther Festspiele: Wer sind Tristan und Isolde?

Wer sind eigentlich Tristan und Isolde? SWR2-Opernredakteur Bernd Künzig gibt einen Einblick in die Geschichte eines der berühmtesten und zugleich rätselhaftesten Liebespaare der Operngeschichte.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Festspielsommer Premiere mit Promis, Corona und Demonstration bei den Bayreuther Festspielen erwartet

Am 25. Juli starten die diesjährigen Bayreuther Festspiele mit der Premiere der Neu-Inszenierung von „Tristan und Isolde". Nach der coronabedingten Absage 2020 und den reduzierten Ausgabe 2021 soll in diesem Jahr auch mit der Neu-Inszenierung des „Ring des Nibelungen" wieder alles wir immer sein.  mehr...

Kulturmedienschau Katharina Wagner äußert sich zu Sexismus-Vorwürfen in Bayreuth | 25.7.2022

Heute werden die Bayreuther Festspiele auf dem berühmten Grünen Hügel eröffnet. Eine Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ steht auf dem Programm und dann gibt es – erstmalig in der Geschichte von Bayreuth – nächste Woche die zweite Premiere einer Neuinszenierung, den vierteiligen „Ring des Nibelungen“. Straffes Programm also nach der Pandemie, die Nerven liegen ohnehin schon blank,. Da kam es als ein zusätzlicher Schock, als letzte Woche die Lokalpresse plötzlich von Übergriffen auf Frauen, Beleidigungen und sexistischen Sprüchen auf dem Grünen Hügel berichtete. Wie reagiert wiederum das Feuilleton?  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Festspielsommer MeToo-Debatte: Sexismus-Vorwürfe bei den Bayreuther Festspielen

Kurz vor der Premiere am 25. Juli überschatten Sexismus-Vorwürfe die Bayreuther Festspiele. Der „Nordbayerische Kurier" berichtet von körperlichen Übergriffen auf Frauen, von Beleidigungen und sexistischen Sprüchen. Auch Festspielchefin Katharina Wagner betroffen.  mehr...

STAND
INTERVIEW
Doris Maull