Probenbericht vor der Premiere

„A family business“ am Staatstheater Mainz – Wie funktioniert Atomdiplomatie?

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AUTOR/IN
Maja Hattesen

„Sie haben nur noch Zeit, Ihre Katze zu füttern, wenn es zu einem Atomwaffeneinsatz kommt“, meint der britische Theatermacher Chris Thorpe. Sein Stück „A family business“, in dem er fragt, wie die Diplomatie der Atommächte funktioniert, hat am 2. Dezember am Staatstheater Mainz Premiere.

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Family Business (Foto: Pressestelle, Andreas Etter)
„A family business“ am Staatstheater Mainz: Atomare Verwüstung als Gedankenexperiment. Pressestelle Andreas Etter Bild in Detailansicht öffnen
„A family business“ am Staatstheater Mainz: Andrea Quirbach als Diplomatin. Pressestelle Andreas Etter Bild in Detailansicht öffnen
„A family business“ am Staatstheater Mainz: Sebastián Capitán Viveros und Andrea Quirbach, zwei Unterhändler im Clinch über eine Welt ohne Atomwaffen. Pressestelle Andreas Etter Bild in Detailansicht öffnen
„A family business“ am Staatstheater Mainz: Chris Thorpe, der auch als Erzähler auf der Bühne steht, nimmt das Publikum mit auf eine explosive Recherchereise. Pressestelle Andreas Etter Bild in Detailansicht öffnen

Der schwarz-gelbe Berg aus unentwirrbaren Schnüren auf der Bühne ist ein treffendes Bild für die hoffnungslos verknäuelten Gesprächsfäden der Diplomatie, die seit Jahren um einen Nachfolger für den Atomwaffensperrvertrag ringt. Der britische Autor Chris Thorpe hat lange recherchiert und mit Teilnehmern von UN-Konferenzen gesprochen, um zu verstehen, wie dort verhandelt wird. Es ist ihm es gelungen, das sperrige Thema für die Bühne in Mainz griffig und sogar sinnlich zu bearbeiten. 

Mainz

Tanz Latex, Antike und Moral - Tanzmainz im Leibnizmuseum für Archäologie Mainz

„Don't touch the art piece“, „Berühren Sie nicht das Kunstwerk“, heißt das neue Tanzstück des israelischen Choreografen Roy Assaf. Mit der Choreographie „Nothing“ hatte er zuletzt einen Publikumshit gelandet. Jetzt versucht er, eine Verbindung zwischen der Antike, Latexanzügen und dem, was alles schief läuft in unserem Land, zu untersuchen. Und das im Mainzer Leibnizmuseum für Archäologie. Eine interessante Kombination.

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Bühne Lena Lagushonkova erhält Europäischen Nachwuchsdramatiker*innen Preis

Der Europäische Dramatiker:innen Preis hat in diesem Jahr für Aufregung gesorgt, weil er nicht verliehen wird. Wegen Antisemitismus Vorwürfen gegen die Preisträgerin Caryl Churchill. Eigentlich soll der Preis dramatische Kunst als Verbindung zwischen den europäischen Kulturen würdigen. Aber: Das Schauspiel Stuttgart vergibt weiter den Europäischen Nachwuchsdramatiker:innen Preis. In diesem Jahr wird die aus der Ukraine geflüchtete Dramatikerin Lena Lagushonkova ausgezeichnet. Ihr Stück „Gorkis Mutter“ feierte am 18. November 2022 im Kammertheater in Stuttgart Premiere, am 20. November wird der Preis verliehen.

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Theater Traum oder Albtraum – Überbordende Uraufführung von „Morpheus Studio“ am Mainzer Staatstheater

Morpheus, der Sohn des antiken Schlafgottes, kann sich in Gestalten verwandeln, die uns im Traum besuchen. Um diese Geschichte hat das Staatstheater jetzt einen szenischen Liederabend gestrickt. Eine hochkomplexe Klangcollage mit Beatles-Songs, Opernarie und Rap. Eine überbordende Produktion, die am Ende etwas langatmig wirkt.

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