Bühne

„Albert Herring“ komische Oper von Benjamin Britten am Nationaltheater Mannheim

STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen (4,2 MB | MP3)

Opern in Kammerbesetzung haben unter Corona-Bedingungen Konjunktur. Allerdings wurde sie dafür keineswegs erfunden und sicher auch nicht unter der Prämisse der Reduktion. Als Meister dieses Genres kann der englische Komponist Benjamin Britten gelten. Mit „Albert Herring“ komponierte er 1947 seine zweite Kammeroper über die auch sexuelle Emanzipation eines schüchternen Dorfjungen in der Spießergesellschaft. Das Nationaltheater Mannheim hat „Albert Herring“ als letzte Premiere der zu Ende gehenden Spielzeit 20/21 am Nationaltheater Mannheim herausgebracht.

Albert Herring (Foto: Pressestelle, Hans Jörg Michel)
Erotische Begegnungen hat Albert noch nicht. Nicht weil er ein Tugendbold ist, sondern weil der schüchterne Junge unter der Fuchtel der Mama immerzu schuften muss. Im Bild: KS. Thomas Jesatko als Mr. Gedge - Pfarrer, Estelle Kruger als Miss Wordsworth - Oberlehrerin, Caroline Wenborne als Lady Billows, Bartosz Urbanowicz als Mr. Budd - Polizeihauptmann, Christian Pfütze - Puppenspieler, Jonathan Stoughton als Dr. Upfold - Bürgermeister und Julia Faylenbogen als Mrs. Herring, Alberts Mutter Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen
Im Bild: Christopher Diffey als Albert Herring und das Ensemble Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen
Im fiktiven Ort Loxford einer Zusammensetzung aus Brittens Geburtsort Lowestoft und Orford an der Küste Suffolks, sind alle Mädchen unmoralisch. Deshalb wird Albert anstelle der Maikönigin als Maikönig vom ehrenwerten Dorfrat auserkoren. - Im Bild: Christopher Diffey als Albert Herring und die Statisterie des NTM Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen
Christopher Diffey verkörpert die Emanzipation des Jungen Albert Herring darstellerisch sensibel, mit einer glasklaren, jugendhellen Tenorstimme. - Im Bild: Christopher Diffey als Albert Herring Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen
In ihrer Inszenierung doppelt die Regisseurin ihren Albert durch eine von Michael Pietsch gestaltete Marionette. Das ist so anrührend, wie treffend. Denn seine Mutter hält die Schnüre fest in der Hand, die Albert am Ende mit einer Schere kappt: Ein Befreiungsakt, der die Puppe menschlich werden lässt. - Im Bild: Julia Faylenbogen als Mrs. Herring, Alberts Mutter, Christian Pfütze (Puppenspieler) und Christopher Diffey als Albert Herring Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen
Im Bild: Christopher Diffey als Albert Herring und Ilya Lapich als Sid Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen
Im Bild: Christian Pütz (Puppenspieler) und das Ensemble Pressestelle Hans Jörg Michel Bild in Detailansicht öffnen

Kein „Öperchen“

Ein „Öperchen“ ist „Albert Herring“ nicht gerade, sondern vielmehr eine grandiose Ensembleoper, die höchste Kennerschaft erfordert. Da muss wie bei diesem Opernuhrwerk jede Feder ineinandergreifen. Besetzung, Inszenierung und musikalische Koordination müssen stimmen.

Trailer zur Oper am Nationaltheater Mannheim:

Bühne Verdis „Rigoletto“ bei den Brengenzer Festspielen – Der Clown kommt auf die Seebühne zurück

Am 21. Juli 2021 starten am Bodensee die Bregenzer Festspiele, nachdem sie im letzten Jahr coronabedingt ausfallen mussten. Fast 30 Mal wird Verdis „Rigoletto“ auf der Seebühne aufgeführt. Die Oper mit dem riesigen Clownkopf als Bühnenbild war bereits 2019 ein großer Erfolg.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Bühne Ein Straßenoratorium für Groß und Klein: Der „Nesenbach“ begeistert die Stuttgarter

Der 50-köpfige Stadtchor der Jungen Oper im Nord (JOiN) besingt ein vergessenes Flüsschen, den Nesenbach, der einst mitten durch Stuttgart verlief. Heute fließt er weitgehend unterirdisch, oder, wie es im Oratorium von Susanne Hinkelbein heißt: „Der Nesenbach fließt verdrängt!“. Eine gelungene musikalische Hommage, die sowohl historisch als auch politisch und unterhaltsam ist und Groß und Klein begeistert.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Bad Wildbad

Opernfestival Rossini in Bad Wildbad: Selten gespielte Opern und spektakuläre Aufführungsorte beim 32. Belcanto Opera Festival

Ob im Wald oder im Tal: dieses Jahr finden alle Aufführungen des Rossini Festivals Open-Air statt. Gespielt werden unter anderem weniger bekannte Opern von Gioachino Rossini wie die „Elisabetta Regina d’Inghilterra“ mit der international renommierten Sopranistin Serena Farnocchia. Spektakulär sind unter anderem Aufführungen auf der sogenannten "Wildline" - einer 60 Meter hohen Hängebrücke.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

STAND
AUTOR/IN