Ballett „Zukunft braucht Herkunft“ - Ballettstück zu 300 Jahren Staatstheater Karlsruhe

Von Marie-Dominique Wetzel

Das Badische Staatstheater feiert in diesem Jahr sein 300-jähriges Bestehen. Es gab dazu schon einige Projekte, nun feiert auch das Ballett dieses Jubiläum mit der Uraufführung einer Choreographie über die Geschichte des Theaters in Karlsruhe. In „Zukunft braucht Herkunft“ schildert der Choreograph Thiago Bordin die Geschichte des Hauses vom 18. Jahrhundert bis heute. Am Samstag, den 27.4. findet die Uraufführung statt.

Vier Jahre nach der Stadtgründung Karlsruhes wurde das Hoftheater Karlsruhe gebaut. Dieses Jahr feiert das nun Badisches Staatstheater genannte Haus seinen 300. Geburtstag.

Mit „Zukunft braucht Herkunft“ trägt auch das Ballett seinen Teil bei zu den Feierlichkeiten. Der Choreograph Thiago Bordin rekapituliert in seinem Stück dreihundert Jahre Tanz- und Stadtgeschichte Karlsruhes.

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Prägende Ereignisse des Hoftheaters

In zwei Stunden erzählen die Tänzer und Tänzerinnen einzelne Episoden aus der Geschichte der Stadt und des Theaters: der Brand des Hoftheaters von Friedrich Weinbrenner 1847, die Bombardierung des Heinrich-Hübsch-Baus 1944. Und nicht zu vergessen: der Auftritt der berühmt-berüchtigten Ausdruckstänzerin Isadora Duncan im Jahr 1904.

Auf der schwarzen Bühne ist ein fächerförmiges Netz aus Nylonseilen gespannt, das am Mittelpunkt der Bühne beginnt und von da aus bis in den Zuschauerraum gespannt wird. Ein Fächer, in Anlehnung an den Grundriss der Stadt Karlsruhe.

Spiel mit Elementen des Barock

Die Kostüme sind keine historischen Kleider im klassischen Sinne. Sie spielen mit einzelnen Elementen des Barock: Perücken, lange Rockschöße für Männer und Corsagen der Damen.

Und auch im Tanzstil werden immer wieder Menuett-Schritte eingestreut. Ansonsten persiflieren die Tänzerinnen und Tänzer die gezirkelten, steifen Bewegungen an den Höfen zur Zeit des Barock.

Der Choreograph

Ballettdirektorin Birgit Keil hat ihren ehemaligen Schüler Thiago Bordin mit dem Werk beauftragt. Das Stück ist in gewisser Weise auch ein Abschiedsgeschenk für die scheidende Ballettdirektorin.

Der gebürtige Brasilianer war erster Solist am Hamburger Ballett bei John Neumeier und beim Nederlands Dans Theater. Das Karlsruher Publikum kennt ihn bereits durch mehrere, kleinere Choreographien. Die jetzige ist sein erstes abendfüllendes Werk.

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