Theaterproduktion von Falk Richter "I am Europe" am Theater Straßburg

Theaterproduktion von Falk Richter "I am Europe" am Theater Straßburg

I am Europe von Falk Richter in Straßburg (Foto: Pressestelle, Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez)
„Was bedeutet uns Europa im Angesicht der aktuellen politischen Erschütterungen?“, fragt Falk Richter mit seinem achtköpfigen Ensemble in seiner Produktion, „I am Europe“ am Théâtre National in Straßburg. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
„Panik, Hysterie, Hass“ Das wäre eigentlich der treffendere Titel dieser Theaterproduktion gewesen, die sich aufmacht, das Wesen Europas zu ergründen. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Ein junges europäisches Cast von acht Darstellerinnen und Darstellern hat Falk Richter hier zusammengeführt, aus Holland, Portugal, der Schweiz, Kroatien oder Frankreich. Ensemble: Lana Baric, Charline Ben Larbi, Gabriel Da Costa, Mehdi Djaadi, Khadija El Kharraz Alami, Douglas Grauwels, Piersten Leirom, Tatjana Pessoa. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Auf der Bühne: ein Besprechungstisch mit einem Apple-Computer, eine gläserne Kabine auf der Videoprojektionen zu sehen sind, weitere Monitore auf stählernen Gerüsten, dazu Kunstrasen und Schaumstoffquader, auf denen man wackelig herumlaufen kann. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Ein undefinierbarer Raum, der zu einer Art europäischer WG mutiert, in der die Schauspieler im Laufe des Abends aus ihren unterschiedlichen Biografien berichten – von ihrer Identität und Herkunft, ihren Eltern und Großeltern. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Da ist Gabriel aus Portugal, der gerade frisch verliebt ist, da ist Tatjana Pessoa, die Urenkelin des Autors Fernando Pessoa. Und da ist Lana, die in Jugoslawien geboren wurde und die - unterlegt mit unheilschwangerer Musik - weinend davon erzählt, dass der Nationalismus ihre Beziehungen nicht zerreissen wird. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Dieser hohe Ton der Betroffenheit und des Zorns zieht sich durch die gesamte Inszenierung von „I am Europe“. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Ein Abend, der anklagend den Finger erhebt und eine unbändige Wut auf alles entfaltet, was  - wenn man es sich grob bedenkt - in der Welt gerade so schief läuft: Amazon, junge Frauen und ihre Selfies auf Instagram, Plastik im Meer, Klimawandel, Medienhysterie, Fake News, Rechtsruck, Populisten, Tinder, Glyphosat, das Sterben der Fische und so fort.  Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
So wird in endlos aneinandergereihten Frontalvorträgen dem Publikum eingehämmert, was es sowieso schon weiß. Zwischendurch gibt es zur kurzweiligen Erholung, die keine ist: Rap und ABBA-Einlagen. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Ein dröhnender Wutparteitag, aus dessen erregter Aufgebrachtheit eine tiefe Sehnsucht nach einfachen Antworten und Überschaubarkeit spricht. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Und hierin offenbart sich der eigene Populismus des Abends: Nicht eine Öffnung, ein Interesse am Anderen, eine Möglichkeit wird auf die Bühne gestellt, sondern eins zu eins das mediale Gebrüll reproduziert. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Ein egomanes Kreisen um die subjektiven Probleme, ein rechthaberisches Zeigen auf Andere, ein Pathos der Verzweiflung. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Wenn das die Antwort des Theaters auf die Frage nach Europa ist, dann ist uns wirklich nicht zu helfen.       Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Regisseur und Autor Falk Richter während der Proben seines Stückes „I am Europe“ am Theater Straßburg. Pressestelle Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean-Louis Fernandez
Das achtköpfige Ensemble der Produktion, „I am Europe“ am Théatre National Strasbourg. (unsortierte Reihenfolge: Lana Baric, Charline Ben Larbi, Gabriel Da Costa, Mehdi Djaadi, Khadija El Kharraz Alami, Douglas Grauwels, Piersten Leirom, Tatjana Pessoa)„I am Europe“ von Falk Richter am Théatre National Strasbourg: Aufführungen vom 15. Januar bis 24. Januar 2019 Théâtre National de Strasbourg - (c) Jean Louis Fernandez
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