Oper „Die Sache Makropulos“ von Leoš Janáček an der Oper Zürich

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:40 Uhr
Sender
SWR2

Es gibt Opern, deren Handlung so kompliziert ist, dass vor allem die Musik es richten muss. Leoš Janáčeks vorletzte Oper „Die Sache Makropulos“ ist so ein Fall: Es geht um eine Frau, die unsterblich sein will und bereits drei Jahrhunderte durchlebt hat. Am Opernhaus Zürich hat der vielgefragte Regisseur Dmitri Tcherniakov die Oper zur Spielzeiteröffnung neu inszeniert und damit SWR2 Opernredakteur Bernd Künzig begeistert.

Oper „Die Sache Makropulos“ von Leoš Janáček

Die Sache Makropulos (Foto: Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus)
Emilia Marty ist eine Frau, die unsterblich sein will. In ihrer Jugend, da hieß sie noch Elina Makropulos, entwickelte ihr Vater als Leibarzt für Kaiser Rudolf II. 1601 ein lebensverlängerndes Elixier. Weil der Kaiser misstrauisch ist, wird es an der Tochter ausprobiert. Und es wirkt. Im Bild: Evelyn Herlitzius als Emilia Marty Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Im Laufe der Zeit nimmt Elina verschiedene Rollen und Namen an. Im 19. Jahrhundert geht sie ein Verhältnis mit Baron Prus ein, aus dem ein unehelicher Sohn hervorgeht. Im Bild: Scott Hendricks als Jaroslav Prus und Evelyn Herlitzius als Emilia Marty Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Seitdem streitet sich die Familie ums Erbe. Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Makropulos mischt sich nur ein, weil sie an das Rezept ihres Vaters heranwill, das sie als Liebespfand einst dem Baron überließ. Denn ihre Lebensuhr läuft ab, wenn sie nicht noch einmal vom Gebrauten kostet, um weitere 300 Jahre zu gewinnen. Im Bild: Evelyn Herlitzius als Emilia Marty und Deniz Uzun als Krista Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Dafür geht sie zynisch, intrigant und kaltherzig durch Betten und über Leichen. Im Bild: Evelyn Herlitzius als Emilia Marty und Guy de Mey als Hauk-Schendorf Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Am Ende erkennt sie die Sinnlosigkeit des Wettlaufs mit der Zeit, akzeptiert die Sterblichkeit. Im Bild von links: Irène Friedli als Putzfrau, Ruben Drole als Theatermaschinist, Guy de Mey als Hauk-Schendrof, Evelyn Herlitzius als Emilia Marty, Tómas Tómasson als Dr. Kolenytý und Sam Furness als Albert Gregor Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Der Abend ist eine Sternstunde für Evelyn Herlitzius als Emilia Marty. Die stimmlich wie darstellerisch anspruchsvolle Rolle lässt sie geradezu über sich hinauswachsen. Im Bild von links: Tómas Tómasson als Dr. Kolenatý, Evelyn Herlitzius als Emilia Marty und Scott Hendricks als Jaroslav Prus Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Wenn sie in ihrem Schlussmonolog fragt, wie man 300 Jahre unter Menschen leben kann, dann gestaltet sie das so erschütternd wie erhaben, ohne bloß theatralisch zu sein. Sie verkörpert die Tragödie der Diva. Im Bild von links: Guy de Mey als Hauk-Schendorf, Evelyn Herlitzius als Emilia Marty, Deniz Uzun als Krista und Scott Hendricks als Jaroslav Prus Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen
Leoš Janáček: Die Sache Makropulos. Oper in drei Akten von Leoš Janáček (1854-1928). Libretto von Leoš Janáček nach der gleichnamigen Komödie von Karel Čape. Aufführungen am Opernhaus Zürich bis zum 22. Oktober 2019 Opernhaus Zürich - Foto: Monika Ritterhaus Bild in Detailansicht öffnen


Leoš Janáček: Die Sache Makropulos. Oper in drei Akten von Leoš Janáček (1854-1928). Libretto von Leoš Janáček nach der gleichnamigen Komödie von Karel Čape. Aufführungen am Opernhaus Zürich bis zum 22. Oktober 2019

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