Bühne Sigmund Freud gegen alten weißen Mann: „Die Kränkungen der Menschheit“ in München

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Eine Kritik des alten weißen Mannes mit Hilfe von Sigmund Freud: Das Stück „Die Kränkungen der Menschheit" an den Münchner Kammerspielen in der Regie von Anta Helena Recke identifiziert ein neues Leiden des weißen Menschen: Sich nicht mehr als Krone der Schöpfung begreifen zu dürfen.

Bühne Sigmund Freud gegen den alten weißen Mann: „Die Kränkungen der Menschheit“ in München

Die Kränkung der Menschheit (Foto: Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb)
Mit ihrer Inszenierung „Die Kränkungen der Menschheit“ will Regisseurin Anta Helena Recke einen Topos von Sigmund Freud aufgreifen. Drei zentrale Kränkungen der Menschheit identifiziert Freud in seinem Text „Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse“. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
Die erste Kränkung laut Freud: die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
Die zweite Kränkung: Der Mensch ist nicht geschöpft als einzigartiges Wesen, sondern stammt vom Affen ab. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
Mit der dritten Kränkung der Menschheit bringt Freud seine eigene Theorie ins Spiel: Der Mensch hat ein Unterbewusstsein, dass er nicht steuern kann. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
Regisseurin Anta Helena Recke will dieses Spektrum in ihrem Stück um eine vierte Kränkung erweitern: die größte Illusion bestehe darin, von „einer“ Menschheit auszugehen. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
Im „weißen Körper“ sei die „Illusion einer weißen männlichen Menschheit“ verankert. Das zeige sich im „Wiedererstarken faschistischer Kräfte“, in Bewegungen wie „Men’s Right Activism“ und „White Supremacy“-Gruppierungen. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
Dieser Stoff wird gespiegelt in der Geschichte eines der erfolgreichsten Musikvideos der Geschichte: „Apeshit“ von Beyoncé und Jay-Z, das auf YouTube 150 Millionen Mal geklickt wurde. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen
In ihrer Musikinszenierung demonstrieren „The Carters“, wie sich das Paar nennt, dass sie sich in einer Welt der Hochkultur und des Luxus etabliert haben, zu der dazuzugehören nur für Weiße selbstverständlich erscheine. Münchner Kammerspiele Foto: Gabriela Neeb Bild in Detailansicht öffnen

„Die Kränkungen der Menschheit“ an den Münchner Kammerspielen. Regie: Anta Helena Recke. Die nächsten Aufführungen am 30. September, 15. und 16. Oktober 2019.

AUTOR/IN
STAND