Bühne „Die Anderen“ an der Schaubühne Berlin: Groteske über ein Dorf und das Fremde

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Die belgische Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Anne-Cécile Vandalem entwirft aberwitzige, tragikomisch-düstere Parabeln. Das Stück "Die Anderen" ist ihre erste Inszenierung an der Berliner Schaubühne. Es geht um den Umgang mit dem oder den Fremden, um das Leben einer ganzen Dorfgemeinschaft mit vielen ungelösten Fragen, tiefsitzenden Traumata und verdrängten Schuldgefühlen.

„Die Anderen“ von Anne-Cécile Vandalem an der Schaubühne Berlin (Foto: Schaubühne Berlin/Arno Declair)
„Die Anderen“ von Anne-Cécile Vandalem an der Schaubühne Berlin. Im Bild: David Ruland, Jule Böwe, Stephanie Eidt, Felix Römer, Kay Bartholomäus Schulze, Bernardo Arias Porras Schaubühne Berlin/Arno Declair

Nicht nur der Hass auf Fremde verbindet die Dorfbewohner

Alda bringt eines Abends einen Verletzten mit nach Hause ins Dorf, den sie angefahren hat. Der Fremde, Ulysses, wird in einem der Gästezimmer untergebracht. Dann kommt das ganze Dorf zusammen und berät, was zu tun ist. Wenn Alda diesen Ausländer hier ins Dorf gebracht hat, dann soll sie ihn auch wieder rausschaffen, ist die Meinung der Dorfbewohner.

Doch das Problem ist nicht allein der Hass auf Fremde, das ahnt man schnell. Die Bewohner verbindet noch etwas anderes, Düsteres.

„Die Anderen“ von Anne-Cécile Vandalem an der Schaubühne Berlin (Foto: Schaubühne Berlin/Arno Declair)
„Die Anderen“ von Anne-Cécile Vandalem an der Schaubühne Berlin. Im Bild: Kay Bartholomäus Schulze, Veronika Bachfischer Schaubühne Berlin/Arno Declair

Konsequente Umsetzung der Geschichte mit hoch engagiertem Schaubühnen-Ensemble

Schwarzer Humor, Groteske, Krimi - alles ist versammelt in von Anne-Cecile-Vandalems Stück. Sie überführt große Themen - wie Hass, Sühne, Traumabewältigung in eine kompakte Erzählung über ein Dorf. Man folgt dem Geschehen auf der Bühne mit großer Spannung. Etwas zu aufdringliche Symbolik und der eine oder andere überdeutliche Sinnspruch weniger wären mehr gewesen.

Aber wie die Regisseurin darauf vertraut, eine Geschichte zu erzählen und wie konsequent und perfekt sie die dann umzusetzen versteht - mit einem hoch engagierten und präzisen Schaubühnenensemble - das sucht seinesgleichen.

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