Ausstellung Maschinen nach Entwürfen von Leonardo da Vinci in Tübingen

Ausstellung Maschinen nach Entwürfen von Leonardo da Vinci in Tübingen

0430 Ausstellung Uni TÜ - Leonardo (Foto: Pressestelle, Museum Uni Tübingen -)
Wer diese Ausstellung sehe, müsse sich fragen, ob Leonardo da Vinci vor allem Künstler gewesen sei, so Ausstellungskurator Ernst Seidl. Im Nachbau zeigt das Museum der Universität Tübingen knapp 50 technische Erfindungen von da Vinci. Zum ersten Mal sind Ideen und Schöpfungen wie der Lastenheber in Deutschland zu sehen, geschaffen von italienischen Handwerkern aus der Nähe von Vinci, der Heimat Leonardos. Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Vieles, was Leonardo nur als Skizze ausgeführt habe, verrate ein enormes praktisches Interesse, so der Ausstellungskurator. Ernst Seidl: "Auf welche Weise könnte man Gewichte mit einem Kran besser hochziehen, wie könnte man Kugellager entwickeln, mit denen Kreisbewegungen leichter laufen? Leonardo wollte den Menschen mit Technik das Leben erleichtern."Auf dem Bild: Nachbau zu einem Entwurf Leonardos für ein Zahnstangengetriebe Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Die erste Abteilung der Ausstellung, so Ernst Seidl, zeige teils ungeheuer moderne Ideen für technische Fortentwicklungen aller Art, von einem Kettengetriebe (Bild) bis zu Entwürfen für eine Pleuelstange - und damit die Umwandlung von kreisförmigen in waagerechte Bewegungen. Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Fortbewegungsmittel sind das Thema der zweiten Ausstellungsabteilung. Leonardo habe vorausgesehen, dass sich Menschen eines Tages in selbstfahrenden Wagen fortbewegen würden, so der Kurator. Die Entwürfe des Universalgenies zeigten folgerichtig auch ein Automobil, auch wenn Leonardo die Antriebsfrage natürlich noch nicht habe lösen können. Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Revolutionäre Ideen für die Fortbewegung wie zum Beispiel ein erstes Modell für einen Fallschirm... Pressestelle Museum Uni Tübingen -
...oder eine Luftschraube, von der Leonardo glaubte, man könne sich damit in schneckenhausförmigen Bewegungen in die Luft katapultieren, seien zwar unrealisierbar gewesen. Laut Ernst Seidl zeigen sie jedoch Grundprinzipien und -ideen der Fortbewegung, die Leonardo erstmals durchdacht habe. Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Zu diesen erstaunlichen Entwürfen gehören ebenso ein Schaufelradboot, mit dem das Prinzip für einen Schaufelradbagger vorweggenommen wurde... Pressestelle Museum Uni Tübingen -
... Entwürfe für ein Fahrrad und eine Triebstockverzahnung (Bild). Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Für seinen großen Förderer, den Mailänder Herzog Ludovico Sforza il Moro, habe Leonardo schließlich auch erstaunliche Waffen entworfen, darunter eine Orgelgeschütz mit gusseisernen Rohren... Pressestelle Museum Uni Tübingen -
...eine Dampfkanone, eine Riesenarmbrust und schließlich auch einen Sichelwagen (Bild). Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Die schweren Nachbildungen wie beispielsweise den Geschütztransporter auf das Schloss Hohentübingen zu schaffen, den Ausstellungsort, sei nicht ganz einfach gewesen. Weil die Sattelschlepper nicht bis zum Gebäude fahren konnten, so Ernst Seidl, hätten die Geräte mit Fahrzeugen zum Schloss transportiert werden müssen, die gerade eben durch die Tore gepasst hätten. Pressestelle Museum Uni Tübingen -
Das Museum zeigt außerdem einige der mehreren tausend Zeichnungen, die Leonardo hinterlassen hat. Ausstellungskurator Ernst Seidl: "Leonardo war ein universaler Geist, den alles interessiert hat. Und sein zentrales Medium war nicht die Malerei, sondern es war die Zeichnung. Er hat von kleinauf alles gezeichnet, was ihn interessiert hat, Menschen, Natur, Planetenkonstellationen. Er hat in den Bildern seiner Zeichnungen gedacht."Auf dem Bild: Zeichnung von Leonardo da Vinci - Feder und Tinte - 1487-1490, 23,3x16,7 cm, Paris, Bibliothèque de l'Institut de France - Holzmodell einer Luftschraube mit Leintuchbespannung - nachgebaut etwa 300x250x150cm, italienische Werkstatt Pressestelle Museum Uni Tübingen -
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