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Kunst Vor 500 Jahren starb das Universalgenie Leonardo da Vinci

Der Schöpfer der Mona Lisa war auch der größte Universalgelehrte seiner Zeit. Er starb am 2. Mai 1519.

Als ein Jahrtausendgenie wird er manchmal bezeichnet - und das zu Recht: Leonardo da Vinci beeinflusste zahlreiche Künste und Wissenschaften seiner Zeit. Er malte Hauptwerke der Kunstgeschichte wie die "Mona Lisa" und "Das letzte Abendmahl", verfertigte anatomische Zeichnungen in nie zuvor gekannter Exaktheit und Anschaulichkeit, fand mathematische Prinzipien, brachte die Botanik, Geologie, Geometrie voran. Er entwarf Pläne für Fluggeräte, U-Boote, Streubomben. Er schrieb Aphorismen und dunkle Rätsel, nebenbei musizierte und dichtete er.

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Ausstellung

Maschinen nach Entwürfen von Leonardo da Vinci in Tübingen

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Wer diese Ausstellung sehe, müsse sich fragen, ob Leonardo da Vinci vor allem Künstler gewesen sei, so Ausstellungskurator Ernst Seidl. Im Nachbau zeigt das Museum der Universität Tübingen knapp 50 technische Erfindungen von da Vinci. Zum ersten Mal sind Ideen und Schöpfungen wie der Lastenheber in Deutschland zu sehen, geschaffen von italienischen Handwerkern aus der Nähe von Vinci, der Heimat Leonardos.

Wer diese Ausstellung sehe, müsse sich fragen, ob Leonardo da Vinci vor allem Künstler gewesen sei, so Ausstellungskurator Ernst Seidl. Im Nachbau zeigt das Museum der Universität Tübingen knapp 50 technische Erfindungen von da Vinci. Zum ersten Mal sind Ideen und Schöpfungen wie der Lastenheber in Deutschland zu sehen, geschaffen von italienischen Handwerkern aus der Nähe von Vinci, der Heimat Leonardos.

Vieles, was Leonardo nur als Skizze ausgeführt habe, verrate ein enormes praktisches Interesse, so der Ausstellungskurator. Ernst Seidl: "Auf welche Weise könnte man Gewichte mit einem Kran besser hochziehen, wie könnte man Kugellager entwickeln, mit denen Kreisbewegungen leichter laufen? Leonardo wollte den Menschen mit Technik das Leben erleichtern."

Auf dem Bild: Nachbau zu einem Entwurf Leonardos für ein Zahnstangengetriebe

Die erste Abteilung der Ausstellung, so Ernst Seidl, zeige teils ungeheuer moderne Ideen für technische Fortentwicklungen aller Art, von einem Kettengetriebe (Bild) bis zu Entwürfen für eine Pleuelstange - und damit die Umwandlung von kreisförmigen in waagerechte Bewegungen.

Fortbewegungsmittel sind das Thema der zweiten Ausstellungsabteilung. Leonardo habe vorausgesehen, dass sich Menschen eines Tages in selbstfahrenden Wagen fortbewegen würden, so der Kurator. Die Entwürfe des Universalgenies zeigten folgerichtig auch ein Automobil, auch wenn Leonardo die Antriebsfrage natürlich noch nicht habe lösen können.

Revolutionäre Ideen für die Fortbewegung wie zum Beispiel ein erstes Modell für einen Fallschirm...

...oder eine Luftschraube, von der Leonardo glaubte, man könne sich damit in schneckenhausförmigen Bewegungen in die Luft katapultieren, seien zwar unrealisierbar gewesen. Laut Ernst Seidl zeigen sie jedoch Grundprinzipien und -ideen der Fortbewegung, die Leonardo erstmals durchdacht habe.

Zu diesen erstaunlichen Entwürfen gehören ebenso ein Schaufelradboot, mit dem das Prinzip für einen Schaufelradbagger vorweggenommen wurde...

... Entwürfe für ein Fahrrad und eine Triebstockverzahnung (Bild).

Für seinen großen Förderer, den Mailänder Herzog Ludovico Sforza il Moro, habe Leonardo schließlich auch erstaunliche Waffen entworfen, darunter eine Orgelgeschütz mit gusseisernen Rohren...

...eine Dampfkanone, eine Riesenarmbrust und schließlich auch einen Sichelwagen (Bild).

Die schweren Nachbildungen wie beispielsweise den Geschütztransporter auf das Schloss Hohentübingen zu schaffen, den Ausstellungsort, sei nicht ganz einfach gewesen. Weil die Sattelschlepper nicht bis zum Gebäude fahren konnten, so Ernst Seidl, hätten die Geräte mit Fahrzeugen zum Schloss transportiert werden müssen, die gerade eben durch die Tore gepasst hätten.

Das Museum zeigt außerdem einige der mehreren tausend Zeichnungen, die Leonardo hinterlassen hat. Ausstellungskurator Ernst Seidl: "Leonardo war ein universaler Geist, den alles interessiert hat. Und sein zentrales Medium war nicht die Malerei, sondern es war die Zeichnung. Er hat von kleinauf alles gezeichnet, was ihn interessiert hat, Menschen, Natur, Planetenkonstellationen. Er hat in den Bildern seiner Zeichnungen gedacht."

Auf dem Bild: Zeichnung von Leonardo da Vinci - Feder und Tinte - 1487-1490, 23,3x16,7 cm, Paris, Bibliothèque de l'Institut de France - Holzmodell einer Luftschraube mit Leintuchbespannung - nachgebaut etwa 300x250x150cm, italienische Werkstatt

4:38 min | Do, 2.5.2019 | 22:45 Uhr | Kunscht! | SWR Fernsehen

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Ausstellung

"Ex Machina" auf Schloss Hohentübingen

"Ex Machina" - Zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci zeigt eine Ausstellung auf Schloss Hohentübingen nach seinen Zeichnungen rekonstruierte Maschinen!

3:21 min | Fr, 3.5.2019 | 6:00 Uhr | SWR2 am Morgen | SWR2

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Ausstellung

Leonardo da Vincis Maschinen in Tübingen

Susanne Kaufmann

In der Ausstellung "Ex machina" der Tübinger Universität geht es vor allem um Ideen - Leonardo da Vincis Ideen, die er in Zeichnungen festhielt. Nach diesen Zeichnungen wurden die Exponate gebaut: das Schaufelradboot (das untergegangen wäre), der Sichelwagen (der den ihn ziehenden Pferden die Beine abgeschlagen hätte) oder die Orgelkanone (aus deren Läufen kaum eine Kugel hätte fliegen können).

6:00 min | So, 21.4.2019 | 9:03 Uhr | SWR2 Matinee | SWR2

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Das Universalgenie Leonardo da Vinci

Von Pascal Fischer

Als ein Jahrtausendgenie wird er manchmal bezeichnet, und das zu Recht: Leonardo da Vinci beeinflusste zahlreiche Künste und Wissenschaften seiner Zeit. Er malte Hauptwerke der Kunstgeschichte wie die "Mona Lisa" und "Das letzte Abendmahl", verfertigte anatomische Zeichnungen in nie zuvor gekannter Exaktheit und Anschaulichkeit, fand mathematische Prinzipien, brachte die Botanik, Geologie, Geometrie voran. Er entwarf Maschinen wie Fluggeräte, U-Boote, Streubomben. Er schrieb Aphorismen und dunkle Rätsel, nebenbei musizierte und reimte er mit großer Fertigkeit. Pascal Fischer hat versucht, das "Universalgenie" zu ergründen.

8:00 min | Mo, 29.4.2019 | 16:05 Uhr | SWR2 Impuls | SWR2

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Interview

Matthias Eckoldt: Leonardo da Vinci war neugierig, aber kein Genie

Jochen Steiner, Matthias Eckoldt

Kriegsmaschinen, Kanäle, Kriegsgerät – Leonardo da Vincis Zeichnungen von Maschinen aller Art sind weltberühmt. Doch die Entwürfe hätten allesamt nicht funktioniert, sagt der Autor Matthias Eckoldt in seinem Buch "Leonardos Erbe". Jochen Steiner im Gespräch mit Autor Matthias Eckoldt

Matthias Eckoldt: Leonardos Erbe. Die Erfindungen da Vincis – und was aus ihnen wurde

Matthias Eckoldt

Leonardos Erbe. Die Erfindungen da Vincis – und was aus ihnen wurde

Verlag:
Penguin
Länge:
320 Seiten mit 50 s/w Abbildungen
Preis:
10 Euro
Bestellnummer:
978-3-328-10328-8

27:40 min | Mo, 29.4.2019 | 8:30 Uhr | SWR2 Wissen | SWR2

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Kunstgeschichte

Zeichnend die Welt verstehen - Leonardo da Vincis Naturphilosophie

Matthias Kußmann

Auf über 6000 Blättern voller Zeichnungen und Notizen versuchte da Vinci Naturgesetzen auf die Spur zu kommen – und so zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Am 2. Mai jährt sich der Todestag des berühmten Künstlers, Ingenieurs und Philosophen zum 500sten Mal. Von Matthias Kußmann. (Produktion 2017)


Im Programm

Mit Martin Hagen

Joseph Haydn:
Sinfonie Nr. 1 D-Dur
Il Giardino Armonico
Leitung: Giovanni Antonini
Darius Milhaud:
Suite op.157b
Trio Pascal
Jean Sibelius:
Drei Stücke op. 96
Lahti Sinfonieorchester
Leitung: Osmo Vänskä
Georg Friedrich Händel:
"Ewige Quelle göttlichen Lichts", Ode
Aksel Rykkvin (Knabensopran)
Orchestra of the Age of Enlightenment
Leitung: Nigel Short
Luigi Boccherini:
Introduktion und Fandango, bearbeitet
Katona Twins
Camille Saint-Saëns:
Septett Es-Dur op. 65
David Guerrier (Trompete)
Renaud Capuçon (Violine)
Esther Hoppe (Violine)
Béatrice Muthelet (Viola)
Gautier Capuçon (Violoncello)
Janne Saksala (Kontrabass)
Frank Braley (Klavier)
Georges Bizet:
L'Arlésienne-Suite Nr. 1
Berliner Philharmoniker
Leitung: Herbert von Karajan

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