Bürgerrechtler, Politiker und Musiker

Romeo Franz: Gegen Rassismus und Diskriminierung

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Autor/in
Katja Heijnen
Katja Heijnen

Romeo Franz ist nicht nur ein begnadeter Musiker, er war auch der erste Sinto im Europaparlament. Er hat sechs Angehörige im Holocaust verloren und weiß, wie es sich anfühlt, wenn ihm Mitschüler in Kaiserslautern als Kind "Zigeuner" hinterher riefen.

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"Das ist meine Heimat"

... sagt Romeo Franz. "Und die lasse ich mir von niemandem nehmen.". Heimat ist für ihn seit Generationen Europa, Deutschland – und Kaiserslautern, wo er geboren und aufgewachsen ist. "Es gibt kein Sintonesien.". Und dennoch haben Sinti und Roma hier nach wie vor schlechtere Bildungschancen, eine niedrigere Lebenserwartung und kaum eine politische Lobby.

"Nie wieder"

Romeo Franz komponierte die Melodie, die im Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma zu hören ist, und spielte sie mit dem Geigenbogen seines in Auschwitz ermordeten Großonkels ein. Nach ihm ist auch sein Buch "Großonkel Pauls Geigenbogen" benannt, dessen Co-Autorin Enkelin eines NS-Verbrechers ist: "Das Buch ist entstanden im Bewusstsein, dass 'Nie wieder' unsere gemeinsame Aufgabe ist.".

Ich will, dass die schweigende zur sprechenden Mehrheit wird. Sonst wird es uns nicht gelingen, den Rechtsruck auszuhalten.

Abgeordneter

Um sich für die Rechte von Minderheiten und gegen Diskriminierung einzusetzen, hat sich Romeo Franz vor Jahren ins Europaparlament wählen lassen. "Diese sechs Jahre waren eine Lehrzeit", sagt er inzwischen, wollte aber nicht nochmal antreten. Der Gründer des "Romeo Franz Ensembles" will endlich wieder mehr Zeit für Musik haben und für sein ehrenamtliches Engagement als Generalsekretär der Bundesvereinigung der Sinti und Roma. Romeo Franz lebt heute in Ludwigshafen.