Tradition & Moderne: So ist es, ein Hotel im Schwarzwald zu leiten

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Moderator/in
Nicole Köster
Moderatorin Nicole Köster aus dem SWR1 Team moderiert täglich ausßer samstags zwischen 10 und 12 Uhr die Sendung SWR1 Leute

Kristin Hendricks-Fuchs ist Hotelchefin im "Spielweg" im Schwarzwald. Das Hotel führt sie mit ihrer Schwester. Wie schaut sie in die Zukunft und welche Herausforderungen gibt es?

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Spitzenküche aus dem Schwarzwald

In 6. Generation führen Kristin und Viktoria Fuchs das Hotel "Spielweg" mit Spitzenküche. Den wirtschaftlichen Teil im Hotel managt Kristin - sie studierte Duale BWL mit Schwerpunkt Hotelmanagement. Nach dem Abitur war sie ein Jahr in Kanada, arbeitete dort in einem Restaurant und blieb in der Branche. Heute schätzt sie an ihrer Arbeit, dass sie eigene Ideen verwirklichen und umsetzen kann.

Kommunikation und Organisation sind die wichtigsten Eigenschaften, wenn man ein Hotel führt. [...] Die Arbeit ist jeden Tag anders. Sehr herausfordernd.

Baden meets Asia

Kristins Schwester Viktoria ist im "Spielweg" die Chefköchin. Sie wurde 2018 in den elitären Zirkel der "Jeunes Restaurateurs" aufgenommen. Dort tauschen sich junge Spitzenköch:innen von mehr als 350 Restaurants in 16 Ländern aus.

Inzwischen spielt in der Hotelküche Asien eine große Rolle - badische Küche trifft auf asiatische Gerichte. Nach und nach wurde die Speisekarte angepasst.

Die Hotelgäste, die länger da sind, essen am ersten Tag eine Flädlesuppe, am zweiten Tag ein grünes Curry mit Wildente und am dritten Tag unseren eigenen Käse.

Zwischen Moderne und Tradition

Seit fast 160 Jahren gibt es das Hotel im Münstertal, das Stammhaus wurde bereits im Jahr 1705 erbaut. Seit einigen Jahren stehen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten am und im Hotel an. Dabei ist es nicht immer einfach den Spagat zwischen alt und neu zu schaffen.

Die Gäste möchten Veränderung, aber nur in bestimmten Bereichen: Das Hotelbad muss modern sein, aber die Stuben bitte nicht. Es soll modern sein, aber trotzdem historisch. [...] Es gilt ganz behutsam zu renovieren.

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Familienbetrieb heißt Verantwortung

Als Kristins Vater eine Hirnblutung hatte und längere Zeit nicht mehr arbeiten konnte, übernahmen sie und ihre Schwester Viktoria die Geschäfte.

Man kriegt eine totale Krisenenergie. [...] Wir haben in vier Jahren so viel geschafft, wie wir sonst in zehn Jahren geschafft hätten – an Umbruch und an Weiterentwicklung.

Dem Vater geht es inzwischen wieder gut. Das Hotel ist heute ein reiner Familienbetrieb. Die Aufgaben sind zwischen allen Familienmitgliedern aufgeteilt – jeder kennt seine Rolle.

Gastronomie in der Krise?!

Auch während der Corona-Pandemie waren die krisenerprobten Unternehmerinnen kreativ. Um ihre Hausmacherprodukte zu verkaufen, mailten sie eine Bestellliste mit hausgemachter Wurst, Bergkäse, Marmeladen und Bärlauchpesto an ihre Stammgäste. Die Nachfrage war so groß, dass sie einen Online-Shop eröffneten.

Es bringt nichts, zu verzweifeln. Man muss etwas tun. Gute Ideen helfen einem aus der Krise.

Nach Corona sind die Herausforderungen nicht weniger geworden. Aktuell ist das beispielsweise die Erhöhung der Mehrwertsteuer oder auch das fehlende Personal das fehlende Personal.

Man muss zu uns wollen. Als Gast und auch als Mitarbeiter. Der Standort ist nicht die Mitte von Deutschland.

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