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Blumen wären schon mal keine schlechte Idee... Sie haben sicher dran gedacht, an den Valentinstag... Der Tag der Liebenden geht ursprünglich auf antike Bräuche im Frühjahr zurück, erst später kommt der Heilige Valentin ins Spiel. Wie, das weiß Hans Michael Ehl aus unserer SWR-Redaktion Religion und Gesellschaft.

Zum Patron der Verliebten wurde der heilige Valentin wohl eher zufällig. Valentin war im dritten Jahrhundert Bischof von Terni, heute die zweitgrößte Stadt Umbriens in Mittelitalien. Weil er seinem christlichen Glauben nicht abschwören wollte, wurde er getötet. Sein Gedenktag wurde auf den 14. Februar gelegt, just in die Festtage der römischen Göttin Juno hinein, die für die Ehe zuständig war. Der katholische Theologe Manfred Becker-Huberti.

O-Ton 04 Becker-Huberti Valentin 0:23
Die Forschung meint heute, das sei der Grund dafür gewesen, dass sich die Menschen erinnerten, dass in römischer Zeit, also in antiker Zeit an diesem Tag eine Art Liebesfest gefeiert wurde, und man dies übernommen habe auf diesen Tag, … und da sei dann dieser Valentin mehr oder weniger hineingewachsen.

Ansätze für den Valentinstag findet der Brauchtumsforscher auch im so genannten „Vielliebchentag“. Im Brauchtum zu diesem Tag geht es um Nüsse, in denen zwei Früchte liegen statt nur einer.

O-Ton 05 Becker-Huberti Vielliebchentag 0:26
Der alte Brauch war nicht nur in Deutschland, sondern rauf bis nach Skandinavien gewesen, dass man dann diese beiden Früchte gemeinsam isst, also jeweils eine, ein Männlein und ein Weiblein, teilen sich diese Frucht und wer den anderen am nächsten Morgen als ersten sieht und sagt: „Guten Morgen, Vielliebchen!“ hat sich dann ein kleines Geschenk verdient.

Der Geschenkekult am Valentinstag ist allerdings eine spätere Erfindung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg schwappt er aus dem angelsächsischen Raum zu uns nach Deutschland - eine willkommene Einnahmequelle für die Blumen- und sonstige Geschenke-Industrie.

Wer es nicht beim Blumenstrauß belassen will, für den oder die hat der katholische Theologe und geistliche Autor Pierre Stutz eine Idee, für einen Theologen vielleicht doch eine sehr ungewöhnliche: wie wär’s denn mal mit einem „erotischen Gottesdienst“ im Schlafzimmer, inklusive Segnung der entsprechenden Körperteile?

OT Pierre Stutz Segen 0:32
Ich lebe ja von Ritualen, aber so lange es im Kopf bleibt, ist es nicht integriert, „Du bist gesegnet in deiner Sexualkraft“, weil wenn wir uns immer nur sagen „du bist gesegnet“, dann denken wir: in unseren Idealen, in unserem Zusammensein, ich ermutige gern zu einem Ritual der Berührung, körperlichen Berührung und es in Verbindung bringen: „du bist gesegnet, du bist wunderbar gestaltet von der Schöpferkraft Gottes, dein Leib ist wunderbar gestaltet“.

Jedenfalls, sagt Pierre Stutz, sollte am Valentinstag nicht nur von Liebe geredet werden, sie müsse auch konkret werden in Zeichen der Liebe, Blumen seien da das Mindeste…

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