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Verkehrskonzept von Wörth im Stadtrat Schranken sollen Pendler draußen halten

Der Stadtrat von Wörth in der Südpfalz stimmt heute Abend über ein bundesweites Pilotprojekt ab: Nämlich über die Frage, ob der Stadtteil Maximiliansau und der alte Ortskern von Wörth in Zukunft während des morgendlichen Berufsverkehrs für auswärtige Pendler gesperrt werden.


Ab dem Herbst wird die marode Rheinbrücke saniert. Mit der möglichen Sperrung möchte die Stadtspitze verhindern, dass während dieser Zeit Berufspendler die zu erwartenden Autobahnstaus durch die Innenstadt umfahren. Diese Abkürzung stelle für die Anwohner der betroffenen Stadteile eine erhebliche Belastung dar, die nicht weiter toleriert werden könne, so Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD).

Sperrung während des Berufsverkehrs

Die vor Ort seit Jahren bestehenden Durchfahrtsverbote werden von auswärtigen Berufspendlern regelmäßig missachtet. Das haben Kontrollen durch die Polizei bestätigt. Deshalb möchte der Bürgermeister die Zufahrt zu den beiden betroffenen Stadteilen für Unberechtigte sperren lassen. Dazu sollen an den Einfallstraßen Schranken angebracht werden, die während des morgendlichen Berufsverkehrs nur Anwohnern mit einer entsprechenden Berechtigung die Weiterfahrt ermöglichen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer will der Bürgermeister zurück auf die Autobahn leiten.

Mit Plakette durch die Schranke

Anwohner und andere Anlieger wie etwa Geschäftsinhaber oder Eltern von Schulkindern sollen gegen eine Pfandgebühr bei der Stadtverwaltung Plaketten erhalten. Wer eine Plakette in die Windschutzscheibe klebt, für den öffnet sich die Schranke morgens automatisch. Außerdem soll an der Zufahrtsstraße vor der Schranke ein Kreisverkehr entstehen. Damit soll es auch ortsfremden Berufspendlern möglich sein, ohne Schwierigkeiten auf die Autobahn zurückzukommen. Die Kosten schätzt der Bürgermeister auf maximal 75.000 Euro.

Die Rheinbrücke bei Wörth spannt sich über den Rhein.

Grund für die vielen Ausweichpendler: die Sanierung der maroden Autobahnbrücke über den Rhein.

Entscheidende Ratssitzung

Die Mehrheitskoalition aus CDU und Grünen im Stadtrat könnte die Pläne des SPD-Bürgermeisters aber noch kippen. Zuletzt hatten sich die beiden Fraktionen in der vergangenen Woche bei einer Sitzung des Hauptausschusses der Stimmen enthalten.

Ab Oktober

Sollten die Pläne für die Schranken vom Stadtrat gebilligt werden, so könnte das neue Verkehrskonzept bereits ab Oktober umgesetzt werden. Die Stadt Wörth wäre nach Auskunft der Bürgermeisters die erste Stadt in Deutschland, die sich so gegen den zunehmenden Ausweichverkehr wehrt.