Wildschweine im Wald (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Jochen Tack)

Gefährliche Begegnung?

Was Sie tun sollten, wenn Sie auf Wildschweine treffen

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Wildschweine futtern sich derzeit Reserven für den Winter an. Ihre Suche führt sie dabei oft an den Waldrand. Wer gerne im Wald spazieren oder joggen geht, läuft Gefahr, ihnen zu begegnen.

Eicheln und Bucheckern, die es jetzt im Herbst zu Haufe gibt, essen Wildschweine besonders gerne. Die allesfressenden Tierre machen es sich aber auch gerne einfach: Es kommt vor, dass ihre Nahrungssuche sie in an den Wald angrenzende Städte führt. Dabei können sie uns Menschen über den Weg laufen.

Zum Nachhören:
Gespräch mit SWR1 Förster Peter Wohlleben zum Verhalten bei Wildschwein-Begegnungen:

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Woran erkennt man Wildschwein-Gebiete?

Wildschweine haben einen sehr eigenen Geruch: "Wildschweine riechen typischerweise nach Maggi. Dieser Maggi-Geruch bleibt teilweise noch Stunden, nachdem die Wildschweine da waren an Ort und Stelle", erklärt Förster Peter Wohlleben. Neben den Spuren von Wildschwein-Schalen, so werden die Klauen der Tiere genannt, und den typischen Wühlstellen, kann man Wildschweine also auch am Geruch erahnen. Doch bevor wir Menschen sie ausmachen, haben die Wildschweine uns meist schon erschnüffelt. Denn Wildschweine sind sehr feinsinnig: Sie hören, sehen und riechen besser als Menschen.

"Wildschweine riechen typischerweise nach Maggi."

Der Platz des Sportvereins SSC Juno Berg ist übersät von Spuren, die Wildschweine beim Durchwühlen des Rasens hinterlassen haben.  (Foto: dpa Bildfunk, HIT RADIO FFH/Sabrina Meier)
Dieser Fußballplatz ist Wildschweinen zum Opfer gefallen. Laut Peter Wohlleben, suchen die Allesfresser beim Wühlen nach Regenwürmern oder Mäusenestern. HIT RADIO FFH/Sabrina Meier

Sind Wildschweine gefährlich?

Bemerken die Wildschweine einen Menschen in ihrer Nähe, machen sie meist einen Bogen um ihn. Wildschweine sind scheu und legen es nicht auf ein Zusammentreffen mit Menschen an. "Die haben einfach tierisch Angst vor uns Menschen", sagt Experte Wohlleben. Kommt es doch einmal zu einer Begegnung, kann es dann gefährlich werden, wenn das Wildschwein sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlt. Besonders Muttertiere, die sogenannten Bachen, sind bereit, ihre Jungen zu verteidigen.
Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) können erwachsene Wildschweinmännchen, sogenannte Keiler, bis zu 250 Kilogramm schwer werden. Mit diesem Gewicht ist es ihnen ein Leichtes, einen Menschen umzurennen. Zudem sind die Tiere sehr schnell und haben scharfe Zähne, mit denen sie Gegner verletzen können.

Wildschweine: Frischlinge und Mutter, der sogenannten Bache (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bildagentur-online/McPhoto-Schulz)
Eine Wildschweinmutter, Brache genannt, mit ihren Frischlingen Bildagentur-online/McPhoto-Schulz

Was tun, wenn man einem Wildschwein begegnet?

Trotz oder gerade wegen der möglichen Gefahr, die von den Tieren ausgeht, sollte man bei einem Zusammentreffen mit Wildschweinen Ruhe bewahren und folgendes beachten:

  • Machen Sie keine hektischen Bewegungen. Das könnte die Wildschweine aufschrecken.
  • Rennen Sie nicht weg, aber nähern Sie sich den Tieren auch nicht weiter.
  • Wenn das Wildschwein den Weg blockiert, entfernen Sie sich langsam rückwärts.
  • Wenn Sie noch weiter entfernt sind, nehmen Sie einen anderen Weg

Wie kann ich meinen Hund vor Wildschweinen schützen?

Hunde sollten sich am besten immer in der Nähe ihres Besitzers aufhalten und nur dort frei laufen, wo es erlaubt ist. So kann man diese rechtzeitig zurückrufen und anleinen, falls man eine Begegnung mit Wild erahnt. Hat sich ein Hund weiter entfernt und Wildschweine gewittert, ist es schwer ihn zurückzurufen. Die Wildschweine könnten sich von dem Hund bedroht fühlen und ihn angreifen. In einem solchen Fall sollten die Besitzer nicht versuchen, zwischen Wildschwein und Hund zu gehen. Die Gefahr wäre für den Menschen viel zu groß. Ein wendiger Hund kann es auch schaffen, rechtzeitig zu entkommen.

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