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Die Angst, dass Weihnachten 2019 "ins Wasser fällt", ist weit verbreitet. Prognosen des Deutschen Wetterdienstes zeigen einen Trend zu milderen Wintern.

Laut Aussagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist ein sehr milder sogenannter Horrorwinter durch den Klimawandel wahrscheinlicher als ein kalter Winter. Trotzdem ist ein weißes Weihnachten 2019 noch nicht vom Tisch.

Wetter an Weihnachten

"Wir sehen eine leicht positive Anomalie. Der Winter wird im Durchschnitt vielleicht etwas wärmer als im Vorjahr", sagt Florian Imbery, der für die nationale Klimaüberwachung beim DWD zuständig ist. Obwohl Vorhersagen oft noch ungenau sind, lässt ein Blick in die Vergangenheit einen klaren Trend erkennen. Die Winter werden in Rheinland-Pfalz im Schnitt eher wärmer.

Wärme-Rekordwinter 2007

Blickt man zurück auf die Rekordwinter, wird schnell klar: Kälterekorde liegen in der Vergangenheit, während die wärmsten Winter ins 21. Jahrhundert fallen. Die Top drei der wärmsten Winter in Rheinland-Pfalz gab es laut Zahlen des DWD in den Jahren 2007 (4,6°C), 2016 (4,4°C) und 2014 bzw. 1975 (4°C). Der vergangene Winter war der achtwärmste seit Beginn der Temperaturmessungen.

Der kälteste Winter in Rheinland-Pfalz ist bereits über 40 Jahre her. Damals, im Jahr 1963, wurden nur -4,5°C im Mittelwert gemessen. Auf Platz zwei und drei folgen 1929 mit -3,6°C und 1947 mit -3,4°C. Zwischen dem wärmsten und kältesten Winter liegt also ein Unterschied von acht Grad. "Dass drei der wärmsten Winter nach der Jahrtausendwende und die kältesten vor den 1970er Jahren passierten, sagt schon etwas über die generelle Temperaturentwicklung aus", sagt Imbery vom DWD.

Keine Kälterekorde seit den 60er Jahren

Natürlich gab es in den letzten Jahren auch einige sehr kalte Winter, wie etwa den Winter 2010 mit einem Mittelwert von -0,2 Grad Celsius und den Winter 2009 mit einem Mittelwert von 0,1 Grad Celsius. Rekordwinter waren das trotzdem nicht. Auch monatliche Kälterekorde werden laut Imbery bereits seit den 1960er Jahren nicht mehr geknackt. Meteorologen messen punktuell dennoch sehr kalte Temperaturen. Gründe dafür können beispielsweise ein anhaltendes Hochdruckgebiet, wenig Wolken oder kalte Luft aus Sibirien sein.

Wie werden die Temperaturen gemessen?

Um die Monats- und Jahreszeitenmittelwerte zu erfassen, misst der Wetterdienst täglich an rund 500 Temperatur-Messstationen. Dort misst man nicht einfach mit einem Thermometer, sondern nach den internationalen Standards der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Die Temperatur wird dabei immer zwei Meter über dem Erdboden gemessen und zwar über Gras- oder Rasenflächen in sogenannten Lamellenschutzhütten. Dabei stecken zwei Temperaturfühler in einem Gehäuse, das von Lamellen umgeben ist, sodass die Sonne nicht direkt auf die Thermometer scheint. Die Daten, die gemessen werden, gehen entweder direkt oder gebündelt einmal am Tag elektronisch an den DWD. Der nimmt sie vorläufig auf und prüft sie anschließend.

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