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Kommentar von Werner Eckert "In der Sache ist die Entscheidung falsch!"

Landwirte sollen wegen der anhaltenden Dürre Nothilfen des Bundes bekommen. Doch Rheinland-Pfalz will das geplante Programm bisher nicht in Anspruch nehmen. ein Kommentar von Werner Eckert.

Nun also doch: der Druck der Branche und die milde Zustimmung einer breiten Mehrheit in der Bevölkerung (ausweislich von Umfragen): da hat die Landwirtschaftsministerin nicht als böse und hartherzig dastehen wollen.

In der Sache ist die Entscheidung falsch.

Und es ist gut, dass Rheinland-Pfalz daran nicht teilnimmt.

Auch wenn ich die Not vieler Betriebe keinen Moment gering schätze. Ich stamme von einem Bauernhof und fühle mit, aber aus mehreren Gründen ist das keine gute Entscheidung. Vor allem, weil sie das Signal in die Landwirtschaft gibt: macht ruhig weiter so wie bisher, am Ende zahlen wir den Schaden ja doch.
Und das ist falsch. Voriges Jahr war es der Frost - für viele Obstbauern übrigens auch existenzbedrohend bis vernichtend – vor zwei Jahren der Dauerregen im Frühsommer. Es ist immer was. Und die Lehre daraus muss sein: Landwirtschaft muss wieder so betrieben werden, dass sie mit Krisen klar kommt. Sie ist eine Freiluftveranstaltung und kann nicht auf gutes Wetter hoffen. Wer nur Weizen und Raps anbaut, der zockt! Das ist das Gleiche wie ein Aktienspekulant, der nur zwei Firmen im Portfolio hat.
Und wer so viele Tiere hält, dass er sie nur in guten Jahren füttern kann, der macht einen Fehler. Natürlich sind die Bauern da Getriebene und müssen sehen wo sie bleiben. Aber wenn am Ende der Staat dieses Risiko auffängt, dann kalkulieren die Bauern effektiv falsch. So werden die niedrigen Lebensmittelpreise ja überhaupt erst möglich. Wir Steuerzahler gleichen da jetzt aus, was wir als Verbraucher nicht ausgeben wollen. Blöd ist das und das ist unser Beitrag zu diesem Thema.