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Rotes Fleisch

Weniger Fleisch, weniger Klimaerwärmung Rettet "fleischlos" uns vor der Klimakatastrophe?

Auf den ersten Blick hat Fleisch wenig mit dem Klimawandel zu tun. Und trotzdem hängen unser steigender Fleischkonsum und die Erderwärmung ursächlich zusammen. So entstehen zu Beispiel bis am Ende ein Kilogramm Rindfleisch in der Auslage beim Metzger liegt je nach Berechnung zehn bis zwanzig Kilogramm klimaschädigende Gase. Wir haben mit Alice Thiel-Sonnen aus der Redaktion für Umwelt und Ernährung über den Zusammenhang zwischen unserem Fleischkonsum und dem zunehmenden Treibhauseffekt gesprochen.

Wie hängen Fleisch essen und Klimawandel zusammen ?

Ein Portrait von Alice Thiel-Sonnen.

Alice Thiel-Sonnen, Redaktion für Umwelt und Ernährung

Das ist relativ einfach. Unser Fleisch kommt von Nutztieren, die brauchen Futter und davon relativ viel. Dieses Futter muss angebaut werden. Das verbraucht alles Wasser und Energie. Dabei ist die Produktion von Fleisch wesentlich energieaufwendiger und klimaschädigender, als die Produktion von Getreide, Gemüse oder Obst. So setzt die Produktion von einem Kilogramm Gemüse zum Beispiel nur rund 150 Gramm klimaschädigende Gase frei.

Was würde der Verzicht auf Fleisch aktuell bewirken ?

Das Umweltbundesamt hat das mit einem CO2-Bilanzrechner relativ anschaulich dargestellt. Dort geht man davon aus, dass ein Mensch pro Jahr für rund 11,6 Tonnen klimaschädigende Gase verantwortlich ist. Dabei entfallen rund 400 Kilogramm auf den Konsum von Fleisch. Wer dann noch sein Auto abschafft, nur noch öffentliche Verkehrsmittel und Ökostrom nutzt, der kann deutlich mehr einsparen.

Paul McCartney fordert in seinem Buch "Less Meat, Less Heat" einen fleischfreien Tag pro Woche. Ist das sinnvoll?

Dieser "Veggie-Day" wird bei uns unter anderem vom Vegetarierbund propagiert und wäre durchaus sinnvoll. Statistisch isst jeder Bundesbürger rund sechzig Kilogramm Fleisch pro Jahr, während Ernährungsexperten fünfzehn bis dreißig Kilogramm für gesund halten. Ein fleischfreier Tag pro Woche würde also nicht nur eine ganze Menge klimaschädigende Gase einsparen, sondern wäre auch gut für unsere Gesundheit.

Können Vegetarier folglich die Welt vor der globalen Umweltkatastrophe retten?

Natürlich hat Fleischverzicht hat auch etwas mit Umwelt zu tun. Der Verzicht auf tierische Lebensmittel bedeutet konkret weniger Wasserverbrauch und den Einsatz von geringeren Mengen an Dünger und Pestiziden. Aber unsere Ernährung ist nur ein Bereich von vielen, die klimaschädigende Gase produzieren. Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr sind daran ebenfalls und zum Teil viel stärker beteiligt. Wollen wir also die Welt vor der globalen Umweltkatastrophe bewahren, müssen wir weniger fliegen, weniger Autofahren und noch mehr Energie sparen. Nur "fleischlos" allein rettet das Klima nicht.

Anmerkung: Am 22. Januar erscheint das gleichnamige Buch von Paul McCartney "Less Meat, Less Heat".