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Weihnachten heißt für manche: Jedes Jahr die gleichen Streitereien und Konflikte. Beziehungs- und Konfliktexperte Jörg Peter Schröder gibt Tipps für ein friedliches Weihnachtsfest.

SWR1: Weihnachten 2020 ist ganz anders als sonst. Heißt das vielleicht auch weniger Stress in diesem Jahr?

Jörg Peter Schröder: Ja, das ist natürlich eine gute Frage. Stress ist ja eine ganz physiologische Reaktion des Körpers. Und insofern ist das auch vom Erlebnis völlig unterschiedlich. Also diejenigen, die jetzt gesagt haben "Mensch, ich bin doch im Homeoffice ist alles super easy", die sind vielleicht weniger gestresst. Aber andere sind vielleicht gestresst, weil sie Angst haben oder in Sorge sind. Das ist sehr, sehr unterschiedlich.

Wie können wir dieses "Krisen-Weihnachten" denn positiv für uns nutzen?

Also ich glaube, es ist wirklich noch mal eine gute Gelegenheit sich zu fragen: Was ist überhaupt die Heilige Nacht und was ist uns heilig? Was ist überhaupt die Stille Nacht? Und können wir dann tatsächlich auch an- und innehalten? Der Weihnachtsmann kommt ja immer mit so einem großen Sack. Das heißt, wir könnten die Frage ja mal umdrehen. Was schleppen wir denn so an Ballast mit uns herum? Was ist vielleicht überflüssig? Welches Geschenk könnten wir uns auch ganz persönlich machen?

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Trotz Shutdown und Kontaktbeschränkungen ist Weihnachten im ganz kleinen Kreis möglich. Trotzdem gibt es da doch sicherlich auch Konfliktpotenzial. Was lauert da auf uns?

Es ist ja immer die Frage, von welcher Sichtweise wir kommen. Schauen wir auf das Gute oder schauen wir auf das Defizit. Und natürlich, Konfliktpotenzial gibt es genug: Einsamkeit, Depression, aber vielleicht auch ein schlechtes Gewissen. Die Palette ist vielseitig. Deshalb denke ich, dass es umso wichtiger ist, den Kontakt zu unseren Liebsten über andere Kanäle möglich zu machen, indem wir telefonieren, skypen oder schreiben.

Ich mache das mit meinem Vater, der ist jetzt 86. Mit ihm skype ich und er freut sich total. Wir können uns zwar nicht umarmen, aber wir können uns trotzdem nahe sein.

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Auf Weihnachten verzichten ist für viele von uns ein Gedanke, mit dem wir uns nur schwer anfreunden können. Wäre es aber nicht eine Chance, mal zu verzichten?

Da ist natürlich immer die Frage, worauf wir jetzt verzichten. Also ich denke, wir sollten nicht auf uns selbst verzichten. Aber vielleicht mal die Frage zu stellen, welche Chance wir nutzen könnten. Im chinesischen haben die Wörter "Chance" und "Krise" die gleichen Schriftzeichen. Wie wäre es denn, wenn wir mal nicht nur auf Angst und Sorgen schauen, sondern vielleicht unsere Aufmerksamkeit auf das Lenken, was wir mögen und was uns eine Freude bereitet.

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Corona ist sehr präsent. Irgendwie hört man ständig nur davon. Corona. Wie schaffen wir es denn trotzdem in dieser besinnlichen Zeit, Abstand von diesem Krisenjahr und vor allem auch mal von Corona zu bekommen?

Ich glaube, das ist ein sehr, sehr guter Punkt. Tatsächlich auch den Fokus, auf die Besinnlichkeit zu legen und sich darauf zu konzentrieren, was jetzt gerade ist.

Also vielleicht knabbere ich jetzt gerade an irgendeinem leckeren Plätzchen und freue mich, dass es mir gut geht. Tatsächlich im Jetzt zu sein, in der Achtsamkeit zu sein, anstatt wieder in dem Gedanken "Oh Gott, oh Gott, was könnte denn morgen sein?" Aber jetzt geht es mir vielleicht gerade mal gut.

Und vielleicht auch einfach mal ein paar medienfreie Stunden oder vielleicht auch ein paar medienfreie Tage einräumen.

Das ist immer eine gute Idee. Ich denke mal, die Augen nicht so sehr im Außen zu haben, sondern vielleicht die Aufmerksamkeit um 180 Grad nach innen zu drehen. Zu sagen: Was ist denn gerade in mir drin? Und was ist denn vielleicht auch das, was sie schon lange nicht mehr gesehen habe, aber was mir und meinen eigenen Bedürfnissen auch gut tun könnte?

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