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Die Corona-Pandemie stellt uns auch vor ein Müll-Problem, wenn es um die nur einmal und maximal acht Stunden lang tragbaren FFP2-Masken handelt. Eine Alternative könnten waschbare Mehrweg-Masken sein. Frank Jenschar hat über diesen Maskentyp mit SWR-Wissenschaftsredakteur Stefan Troendle gesprochen.

SWR1: Wie funktionieren diese waschbaren Masken?

Stefan Troendle: Ganz einfach erklärt: Es liegt es am verwendeten Stoff der Maske. Der ist positiv aufgeladen und wirkt wie eine Art Magnet. Die in der Luft befindlichen Aerosole und damit auch die Viren sind negativ geladen. Wenn die auf diese Maske treffen, dann gehen diese Partikelchen kaputt. Weiter sind diese Masken dreilagig. In der Mitte ist zusätzlich auch eine Art ungiftiges Desinfektionsmittel eingebracht. Das wirkt ebenfalls gegen die Viren. Der Stoff gilt als sehr sicher und ist von mehreren Universitäten, unter anderem in Aachen und Berlin getestet worden. Es hängt dann aber auch vom Hersteller ab, wie dicht diese Masken sind. Aber in der Regel sind sie sicher.

SWR-Wissenschaftsredakteur Stefan Troendle (Foto: SWR3)
SWR-Wissenschaftsredakteur Stefan Troendle

SWR1: Wie oft kann man diese Masken waschen und wieder tragen?

Troendle: Die Hersteller geben an, dass diese Masken bis zu 30 mal waschbar sind. Dabei gehen sie davon aus, dass die Maske einmal pro Woche gewaschen wird. Das bedeutet, man könnte die Maske, rein theoretisch, 210 Tage tragen. Die Maske selbst kann mit klarem Wasser oder mit Neutralseife aus- oder gewaschen werden. Ein Problem kann sich dabei aber durch Verunreinigungen wie zum Beispiel durch Schminke ergeben. Diese Verunreinigungen lassen sich mit Neutralseife nicht so gut entfernen. Ein weiteres Problem entsteht dann, wenn eine solche Maske den ganzen Tag, zum Beispiel auf der Arbeit, getragen werden muss. Dann ist die Maske feucht und durchfeuchtete Masken haben keine Schutzwirkung. Spätestens dann benötigen Sie mehrere solcher Masken.

SWR1: Diese Masken sehen aus wie Stoffmasken. Wie verhält sich das in Bereichen, in denen FFP2-Maskenpflicht besteht, zum Beispiel im Bus?

Troendle: Das kann in der Tat zum Problem werden. Deswegen kann ich es auch nicht ganz nachvollziehen, dass einige Hersteller sogar FFP2-Masken im Tarn-Design oder in bunten Farben anbieten. Dann besteht Verwechslungsgefahr mit den Stoffmasken, die wir zu Beginn der Pandemie hatten und die nicht mehr akzeptiert werden. Die Hersteller haben verstanden, dass es da um den Sicherheitsaspekt geht und die meisten haben inzwischen den Aufdruck "KN95" oder "FFP2" auf ihren Produkten. Diese sind damit als medizinische Schutzmasken anerkannt und auch als "bessere" Schutzmaske im öffentlichen Personennahverkehr akzeptiert. Träger müssen das aber im Zweifel nachweisen können. Dafür gibt es unter anderem Zertifikate. Die können Sie sich online ausdrucken, oder Sie bekommen das Zertifikat mit der Maske mitgeliefert. Im Falle des Falles muss man halt einmal mehr sagen: "Sorry, das ist aber eine Schutzmaske. Und ich weiß das."

Frau trägt wiederverwendbare Maske (Foto: picture-alliance / Reportdienste, lev dolgachov)
Waschbare Masken mit FFP2/KN95-Zertifizierung kosten rund 25 Euro pro Stück. lev dolgachov

SWR1: Sie tragen diese Masken selbst. Was ist Ihr Fazit?

Troendle: Mich überzeugt dieser Maskentyp vom Umweltaspekt her. Wenn Sie sich vorstellen, dass pro Tag die Hälfte der Bevölkerung eine Maske wegwirft, dann sind das pro Tag 40 Millionen Masken nur in Deutschland. Das ist das eine Riesenmenge Müll. Wenn man diese Menge vermeiden kann, wenn man sich an dieser Stelle etwas nachhaltiger verhalten kann, dann ist das ja nicht gerade schlecht.

Das Gespräch führte Frank Jenschar.

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