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Was sie mitbringen müssen Pflegeeltern - die Hilfe für Kinder in Not

Einige Eltern schaffen es nicht, für ihre Kinder zu sorgen. Dann springen Pflegeeltern ein. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die Nachfrage nach ihnen ist groß. Was mögliche Pflegeeltern mitbringen müssen.

Zwei Jungen spielen bei einer Bereitschaftspflegefamilie

Zwei Jungen spielen bei einer Bereitschaftspflegefamilie

Manche Kinder und Jugendliche können nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen - auf Dauer oder für kurze Zeit, weil die Eltern Probleme haben. Diese Minderjährigen werden als "Pflegekinder" bezeichnet, auch wenn der Begriff irreführend ist, weil eben auch Jugendliche in einer Pflegefamilie aufgenommen werden können.

Woher kommen die Kinder?

Pflegekinder können aus unterschiedlichen Gründen zu Pflegeeltern kommen. Häufig sind es persönliche Krisen der Eltern, die das Kindeswohl gefährden. Dazu gehören etwa eine ernsthafte Krankheit, Arbeitslosigkeit aber auch die Trennung und Scheidung. Das kann dazu führen, dass die Eltern nicht mehr ausreichend für die Kinder sorgen können.

Genauso kommen Kinder und Jugendliche aus Familien heraus, in denen die Eltern drogen- oder alkoholabhängig sind oder in denen sie misshandelt oder vernachlässigt werden.

Nicht immer "nimmt" das Jugendamt Kinder aus den Familien heraus, leibliche Eltern geben ihre Kinder auch freiwillig ab, weil sie mit der Betreuung und Erziehung in der aktuellen Situation überfordert sind. Sie wollen ihren Kindern damit eine bessere Zukunft bieten.


Welche Pflegeformen gibt es?

Es gibt die Vollzeitpflege. Hier ist die Aufnahme in die Pflegefamilie für einen längeren Zeitraum oder sogar auf Dauer geplant. Dieser Weg wird gegangen, wenn absehbar ist, dass die Kinder und Jugendlichen nicht zu ihren leiblichen Eltern zurück können.

Anders ist es bei der Bereitschaftspflege. Hier geht es um eine kurzfristige, schnelle Unterbringung in einer Pflegefamilie. Laut Mainzer Jugendamt handelt es sich um eine "akute Notsituation". Häufig seien Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Bei der Bereitschaftspflege ist klar, dass es nur um eine Betreuung von einigen Tagen oder Wochen geht. Das Kind bleibt in der Familie, bis geklärt ist, wo es danach leben kann.

Diese Familien werden vom Jugendamt intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet, wie die Mainzer Behörde hervorhebt. In Frage kommen hierfür vor allem Menschen, die selbst schon Kinder betreut haben - die eigenen oder im Beruf.


Was müssen Pflegeeltern mitbringen?

Sie sollten gerne mit Kindern auch aus schwierigen Verhältnissen umgehen wollen. Das erfordert laut Mainzer Jugendamt "Gelassenheit und Geduld". Aber natürlich sind auch Belastbarkeit, Flexibilität und Offenheit gefragt.

Neben diesen weichen Eigenschaften gibt es auch messbare Faktoren, die entscheidend sind: etwa finanzielle Sicherheit und ein Zimmer für das Pflegekind. Grundsätzlich können Pflegeeltern verheiratet sein oder nicht, selbst Kinder haben oder nicht, auch Alleinstehende können Pflegekinder aufnehmen. Das Jugendamt prüft die potentiellen Pflegeeltern und entscheidet. Ein Vorbereitungskurs ist Pflicht.


Welche Rechte haben die leiblichen Eltern?

Der Kontakt zu den leiblichen Eltern ist auch dann gewünscht, wenn die Kinder bei Pflegeeltern aufwachsen. Das Jugendamt des Rhein-Pfalz-Kreises hebt etwa hervor, dass für die gesunde Entwicklung des Kindes eine "Zusammenarbeit zwischen der Herkunftsfamilie und der Pflegefamilie besonders wichtig" sei. Die leiblichen Eltern haben das Recht, ihr Kind zu sehen, es zu besuchen und sich über seine Entwicklung zu informieren.