Eine Stinkwanze sonnt sich in einem Garten auf einem Blatt (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk - Jochen Lübke)

Auf der Mauer auf der Lauer

Darum möchte die Wanze jetzt unbedingt ins Haus

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Marcus Netscher
SWR1 Redakteur Marcus Netscher (Foto: SWR, privat - M.Netscher)

Spätestens wenn nach dem langen Sommer die Temperaturen gesunken sind und die Oktober-Sonne noch einmal für ein paar wärmere Tage sorgt, finden wir Wanzen noch einmal vermehrt an Türen, Hauswänden oder gleich im Wohnzimmer.

Dabei ist die Wanze bei uns bereits seit Ende September oft an Hauswänden, Fliegengittern oder auf dem Fensterbrett zu beobachten. Der Grund dafür ist zum einen, dass die Population durch den langen, warmen Sommer groß ist, außerdem die Tatsache, dass die kleinen Krabbler zum Teil immer noch nach einem geschützten, möglichst warmen Platz suchen. Hier möchten Sie die Zeit bis zur Eiablage im Frühjahr verbringen.

Wie sehen die Wanzen aus?

Charakteristisch für die Sechsbeiner ist das sogenannte Rostrum - eine Art mehrteiliger Rüssel. Damit saugen sie Nahrung auf. Den Menschen beißen sie nicht. Eine Ausnahme bildet dabei die Haus- oder Bettwanze, die sich von Blut ernährt.

Feuerwanze (Foto: SWR, dap/picture-alliance - Reinhard Hölzl)
Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) dap/picture-alliance - Reinhard Hölzl

Unterwegs sind ganz verschiedene Arten, von der auffällig gefärbten Feuerwanze über die Graue Gartenwanze und die Grüne Stinkwanze bis hin zur eingewanderten Marmorierten Baumwanze, die aus Asien stammt. Eingeschleppt wurden sie in Europa mit Containern, die per Schiff aus Ostasien kamen. Diese Wanze ist ein Profiteur der Globalisierung - aber auch vom Klimawandel. Denn das Tier findet hier Temperaturen, die es überleben lässt und für die Fortpflanzung ideal sind.

Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), sitzt auf einem Blatt, Schweiz (Foto: IMAGO, IMAGO / blickwinkel)
Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) IMAGO / blickwinkel

Schädling im Garten und auf dem Feld

In den Vereinigten Staaten hat sich die Marmorierte Baumwanze dagegen in den letzten Jahren zum echten Problem entwickelt. Sie kommt dort in mehr als 30 Bundesstaaten vor und richtet jährlich Schäden in großer Höhe an. Auch im europäischen Garten und auf dem Feld ist sie deshalb kein gern gesehener Gast. Ein Problem ist, dass die Marmorierte Baumwanze hierzulande keinen natürlichen Fressfeind hat.

Anders in China: Dort haben Forscher bereits eine biologische Waffe gegen die Wanzeninvasion gefunden. Die chinesischen Schlupfwespen bekämpfen die Stinkwanzen effektiv. Um sie in Europa einsetzen zu können, müsste aber zuerst eine Risikoanalyse gemacht werden. Denn die chinesischen Schlupfwespen könnten auch einheimische Nützlinge und gefährdete einheimische Insektenarten arg dezimieren.

Krabbler los werden - so geht's

Allerdings sind alle genannten Arten für den Menschen laut NABU vollkommen harmlos, denn die Wanze ernährt sich ausschließlich von Pflanzensaft und Früchten. Problematisch wird es nur dann, wenn die Wanzen Gefahr wittern. Denn dann sondern viele Arten ein übel riechendes Sekret ab. Daher haben sie auch ihren Namen Stinkwanze. Wer die Tiere los werden will, sollte daher behutsam vorgehen. SWR Umweltredakteur Axel Weiss empfiehlt: "Am besten ein Papier unter das eher träge Tier schieben, ein Glas darüber und dann ab raus damit! Auch draußen gibt es ja wärmere Plätzchen."

Wanzenwanderung im Kinderlied

Das alljährliche Phänomen der Wanzenwanderung ist auch Teil eines Kinderliedes, dass die Wanze auf der Suche nach einem Warmen Ort beschreibt:

"Auf der Mauer, auf der Lauer liegt ne kleine Wanze,
auf der Mauer, auf der Lauer liegt ne kleine Wanze.
Schaut Euch mal die Wanze an, wie die Wanze tanzen kann.
Auf der Mauer, auf der Lauer liegt ne kleine Wanze."

Im Kinderlied wird die Strophe wiederholt. Dabei wird jeweils ein Buchstabe bei den Worten "Wanze" und "tanzen" weggelassen:
"Auf der Mauer, auf der Lauer liegt 'ne kleine Wanz- ...
Schaut Euch mal die Wanze an, wie die Wanze tanze- kann ..."

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