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Im Frühling treibt es die Menschen wieder hinaus in die Natur. Wandern ist dabei so beliebt wie selten zuvor - auch wegen der Corona-Krise. Wir sagen Ihnen, was Sie jetzt beachten sollten.

Während der Corona-Pandemie hat das Wandern in Deutschland einen kräftigen Boom erlebt. Immer mehr Menschen sind draußen unterwegs. Das zeigen mehrere Umfragen, unter andern zwei des Deutschen Wanderverbandes (DWV) aus dem vergangenen Jahr. Was aber in "normalen Zeiten" allseits begrüßt würde, führt in Corona-Zeiten auch zu Besorgnis. Wie soll ich mich verhalten, wenn die Wege immer voller und die Abstände immer geringer werden?

Besser raus als zu Hause rumhocken

Eines vorneweg: Verzichten Sie nicht auf Bewegung in der freien Natur. Wandern ist gesund, fördert die Abwehrkräfte und stärkt die Psyche. Dinge, die in der gegenwärtigen Situation noch wichtiger sind als sonst.

"Zu Hause rumhocken ist Quatsch", sagt auch Thomas Lenhart, Referent Wandern bei der Sektion Mainz des Deutschen Alpenvereins (DAV). "An der frischen Luft unterwegs zu sein ist kein Problem - allerdings nur mit den erlaubten Kontakten" - in Rheinland-Pfalz sind das fünf Menschen aus zwei Haushalten, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet werden.

Wanderungen mit größeren Gruppen sind derzeit dagegen weder erlaubt noch sinnvoll. Deshalb hat die DAV-Sektion Mainz ihre regelmäßigen Sonntagswanderungen seit November eingestellt. "Frühestens Ende April geht es wieder los", sagt Lenhart.

Was muss ich beachten?

Zunächst einmal gilt auf einer Wandertour das gleiche wie in der Stadt oder beim Einkaufen: Waschen Sie sich vor und nach der Tour gründlich die Hände, tragen Sie dort den Mund-Nasen-Schutz, wo es vorgeschrieben ist oder wo Sie das darüber hinaus für sinnvoll halten. Halten Sie den Mindestabstand von zwei Metern zu fremden Menschen ein.

Wandern auf Abstand (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Goldmann | Goldmann)
Wandern auf Abstand picture alliance / Goldmann | Goldmann

Gehen Sie nicht nur am Sonntag in die Natur

Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, gehen Sie an Werktagen auf Tour. Denn wenn viele arbeiten müssen, sind die Wanderwege deutlich leerer. Übrigens vor allem auch dann, wenn die Wettervorhersage nicht strahlenden Sonnenschein vorhersagt. Wechselhaftes Wetter ist beim Wandern selten ein Problem - angemessene Kleidung vorausgesetzt.

Nutzen Sie wohnortnahe Angebote

Nutzen Sie, wann immer möglich, wohnortnahe Angebote, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen sind. Benutzen sie Busse und Bahnen nur, wenn es nicht anders geht - und vor allem nicht in den Stoßzeiten bei gutem Wetter an Sonn- und Feiertagen. Oder starten Sie Ihre Tour ein bisschen früher, wenn Busse und Bahnen noch nicht so voll sind. Wenn Sie das Auto zur Anreise nehmen, meiden Sie besonders stark frequentierte Wanderparkplätze.

Meiden Sie Wander-Hotspots und enge Pfade

Und wenn es dann doch der sonnige Sonntag ist, an dem Sie unterwegs sind - im Normalfall ist das kein Problem. DAV-Wanderleiter Lenhart empfiehlt, besonders stark frequentierte Wanderwege wie etwa die Rheinsteig-Etappen im Mittelrheintal oder das Mainzer Rheinufer eher zu meiden. "Auch sehr schmale Pfade sind schwierig", weil dort das Abstandhalten bei entgegenkommenden Wanderern schwer falle. Es gebe aber in Rheinland-Pfalz mehr als genug schöne und gut ausgeschilderte Wanderwege, "da verläuft sich das".

Werden Sie zum Selbstversorger

So schön es ist, wenn auf Wanderungen Schokolade und Selbstgebackenes, Trinkflaschen und Wanderkarten herumgereicht werden - in Corona-Zeiten verstärkt solches Handeln das Ansteckungsrisiko. Nehmen Sie also nur das mit, was Sie brauchen.

In den Wanderrucksack gehört neben der üblichen Ausrüstung auf jeden Fall der mittlerweile obgligatorische Mund-Nasen-Schutz. Sinnvoll sei auch, ein Fläschchen Desinfektionsmittel mitzunehmen, rät Lenhart.

Vermeiden Sie die Gipfelumarmung

Auch das Wandern hat seine Rituale - vor allem am Gipfel oder am Ziel. Händeschütteln, Umarmungen und das Gipfelbussi - darauf sollten Sie derzeit verzichten. Stoßen Sie mit den Spitzen der Wanderschuhe zusammen oder mit den Ellenbogen. Oder verzichten Sie ganz auf zu nahen Kontakt. Das gemeinsam Erreichte und Erwanderte verbindet sowieso.

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