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Smombies

Unfälle wegen Handynutzung So werden "Smombies" im Verkehr geschützt

Den Blick stets auf das Smartphone gerichtet, die Umwelt ausgeblendet - und damit auch den Straßenverkehr. Die "Generation Kopf unten" bringt sich zunehmend selbst in Gefahr. Die Zahl der Unfälle wegen Handynutzung steigt. Einige Städte reagieren und rüsten sich - und auch Apps sollen den "Smombies" mehr Sicherheit bieten.

Die Ablenkung durch das Handy kann fatal enden. Wie etwa ein Fall aus Nürnberg zeigt. Dort war eine 12-Jährige Ende März von einer Straßenbahn erfasst worden, weil sie sich mit ihrem Smartphone beschäftigte, anstatt auf die Gleise zu schauen. Das Mädchen wurde nur leicht verletzt, weil der Straßenbahnfahrer schnell reagierte und die Notbremse zog. Unfälle dieser Art können aber auch tödlich ausgehen. Um die "Smombies" (Kurzform: Smartphone und Zombie) zu schützen, werden einige Städte kreativ.

Bodenampel in Köln

Die Ampel warnt mit einem roten Licht die Fußgänger, die ihren Blick nach unten gerichtet haben.

1. Die Bodenampel

Seit 2016 hat Augsburg eine Bodenampel. Dort wird an zwei Straßenbahnübergängen mit roten LED-Leuchten auf dem Asphalt gewarnt, wenn sich eine Bahn nähert. Ähnliche Systeme gibt es unter anderem auch in Köln, Sydney und im niederländischen Bodegravens. Seit März hat auch Tel Aviv eine Bodenampel. Sie scheinen sich zu lohnen, denn die Bilanz der Städte fällt bislang positiv aus: weniger bis gar keine Unfälle.

2. Sprechende Busse

In Baltimore und Cleveland in den USA werden sprechende Busse eingesetzt, um Smartphone-Nutzer zu warnen. "Fußgänger, der Bus biegt ab", ertönt dann zum Beispiel aus den Bus-Lautsprechern. Auch in Portland gab es sprechende Busse, diese wurden aber bereits wieder abgeschafft. Grund: Sie wurden als Lärmbelästigung eingestuft.

Smartphone verboten

In Honolulu dürfen Fußgänger nicht auf ihren Display starren (Symbolbild)

3. Verbot

In Honolulu gibt es tatsächlich ein Smartphone-Verbot für Fußgänger. Es gilt seit Ende 2017 in der Hauptstadt Hawaiis. Wer es doch zum Handy greift, der muss mit einem Bußgeld um die 30 Euro rechnen. Wiederholungstäter müssen tiefer in die Tasche greifen. Telefonieren ist hingegen erlaubt, sofern der Blick auf die Straße gerichtet ist.

4. Smartphone-Apps zur Sicherheit

Wenn der Blick schon zum Handy geht, wieso nicht gerade dort den "Smombie" abfangen und alarmieren. Sowohl in Korea und in den USA wurden Apps entwickelt, die vor Unfälle warnen sollen. Bei einer App registriert zum Beispiel die Frontkamera, ob sich ein Auto nähert und inwiefern dies zur Bedrohung des Fußgängers werden kann. Sobald Gefahr besteht, wird der Handy-Nutzer gewarnt.

Mobile side walk

In der chinesischen Stadt Xi'an gibt es einen Fußgängerweg für Handy-Nutzer.

5. Die "Tippstraße"

In China gibt es Fußgängerwege für Smartphone-Nutzer. Sie sollen etwa das Anrempeln verringern, da die "Smombies" in einem bequemen Trott laufen. Auch im belgischen Antwerpen gibt es eine "Text Walking Lane" - also einen Fußgängerweg, der sich an Menschen richtet, die fortlaufend an ihrem Handy chatten und surfen.

Smombie-Verkehrsschild

Dieses Schild stand im vergangenen Jahr in Reutlingen.

6. Warnschilder vor "Smombies"

Mit Warnschildern vo "Smombies" werden aktiv Autofahrer gewarnt. Im vergangenen Jahr tauchte ein "Verkehrsschild" in Reutlingen auf, das vor "Smombies" warnte. Es wurde kurze Zeit später geklaut und tauchte später in einem Schulhof in Reutlingen wieder auf. Ein ähnliches Schild gibt es auch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Die Schilder sollen Autofahrer wohl auffordern, langsamer zu fahren und auf die Smartphone-Nutzer zu achten. Es handelt sich dabei aber um kein offizielles Verkehrsschild. In Reutlingen ist unbekannt, wer das Schild entworfen hat. Das Zeichen in Stockholm wurde von Grafiker Jacob Sempler gestaltet.