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Einst galt er als ausgestorben, nun siedelt sich der Uhu wieder in größerer Anzahl im Land an. Vogelfreunde können dabei sogar per Brut-Webcam live zuschauen.

Unwissend, dass ihr mehrere Hundert Menschen über das Internet zugucken, sitzt Uhu-Weibchen Lotte auf ihren drei Eiern in ihrem Felsenhorst im Kreis Ahrweiler. Den besonderen Blick auf den Brutalltag ermöglicht eine Webcam der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen. Dass das Uhu-Nest dieses Jahr zum wiederholten Male besetzt ist, freut viele Naturschützer, wie den Vorsitzenden der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen, Stefan Brücher.

Seit 2014 wieder ungefährdet

"Wie viele Uhus es mittlerweile wieder in Rheinland-Pfalz gibt, weiß keiner so genau", erklärt er. Das liege auch daran, dass sich einige Vögel Brutplätze erschlossen hätten, die sehr schwer zu finden seien. "An die 500 Paare dürften es aber sein". In den 1970er-Jahren galt die größte deutsche Eule in Rheinland-Pfalz in Folge übermäßiger Jagdaktivität als ausgerottet.

Stefan Brücher - Vorsitzender der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Peter Zschunke)
Stefan Brücher ist der Vorsitzende der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen. picture alliance/dpa | Peter Zschunke

"Hauptsächlich während der 1980er-Jahre wurden Uhus durch ein großes Wiederansiedlungsprojekt gezüchtet und freigelassen, sodass es heute wieder Uhus gibt", schildert der Naturschützer. In Rheinland-Pfalz wurde der Uhu dann 2014 erstmals wieder als ungefährdet eingestuft.

Wo sieht man Uhus in freier Wildbahn am besten?

Wer kein Nachtsichtgerät zur Hand hat, wird die Uhus nur schwer finden, meint der Experte Brücher. "Die Vögel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere, die tagsüber darauf achten, dass sie niemand sieht." Wer die Uhus dennoch gerne bei Tageslicht bestaunen möchte, sollte in den Zoo gehen oder die Webcam der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen nutzen. Auf der Internetseite sind auch viele zusätzliche Informationen zu den Aufnahmen zu finden.

Uhu Lotte beim Brüten ihrer drei Eier (Foto: SWR, /Screenshot Uhu-Webcam )
Uhu Lotte beim Brüten ihrer drei Eier. /Screenshot Uhu-Webcam

Tagebuch erklärt das Verhalten von Uhu-Dame Lotte

In einem Tagebuch zur Webcam beschreibt Brücher, was alles in der Brutnische von Uhu-Dame Lotte passiert. Am vergangenen Dienstag legte sie beispielsweise ein drittes Ei. Da eines ihrer Eier möglicher Weise zu Schaden kommen könne, habe Lotte vielleicht instinktiv und vorsichtshalber ein Ei mehr gelegt, erklärt Brücher das Verhalten des Tieres.

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) dauert die Brutdauer der Uhus 34 Tagen. Lotte brüte nun seit ungefähr zwei Woche. Wer die Jungtiere schlüpfen sehen möchte, muss sich also noch ein paar Tage gedulden. 

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