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Ein Yorkshire Terrier mit einer lila Schirmmütze wird in einer Handtasche getragen

Übertriebene Tierliebe Verhätschle ich mein Haustier zu sehr?

Oft führt die Zuneigung zum eigenen Haustier dazu, dass wir irgendwann unsere tierischen Mitbewohner vermenschlichen. So erkennen Sie, ob die Liebe zu Ihrem Tier zu weit geht.

Hund, Katze, Kaninchen und Co. sind in vielen Familien wichtige Familienmitglieder. Wenn das Tier allerdings einen Partner oder eine ganze Familie ersetzen soll, nimmt das Tier ungewollt oft eine allzu "menschliche" Rolle ein. Tierarzt und Tierpathologe Achim Gruber hat drei Bereiche ausgemacht, bei denen man sieht, ob man es mit seiner Tierliebe zu weit treibt.

Prof. Dr. Achim Gruber, Tierpathologe, 2018

Achim Gruber, Tierarzt und Tierpathologe, hat ein Buch über übertriebene Tierliebe geschrieben: "Das Kuscheltier-Drama".

Fütterung

Futter, das allerdings nicht artgerecht ist: Wenn zum Beispiel Hunde, die von Natur aus Fleischfresser sind, ausschließlich mit vegetarischer oder veganer Kost gefüttert werden, weil Herrchen oder Frauchen sich auch so ernähren. Beim Haustier kann das in der Folge zu Mangelerscheinungen führen. Und den kuscheligen Freund mit Pralinen füttern, ist einfach schlichtweg ungesund.

Infektionskrankheiten

Es gibt "Killerkeime", die dem Haustier richtig schaden können: Hat der Halter zum Beispiel Lippenherpes hat und küsst und knuddelt Haustiere wie Kaninchen oder Chincillas, hat das für diese Tierarten oft tödliche Folgen. Bei Hunden und Katzen sind menschliche Keime allerdings in den meisten Fällen unbedenklich.

Züchtung

Extrem kurze Nasen, weit nach außen stehende Augen oder Ähnliches: Das sind schlimme Zuchtfolgen, die häufig auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere gehen. Die Tiere leiden darunter, entwickeln schwere Krankheiten und sterben früher.

Eine Katze der Rasse Kanadische Sphynx

Folgen der extremen Züchtung: Die Katze der Rasse "Kanadische Sphynx" ist komplett ohne Fell, selbst die Tasthaare rund um die Schnauze fehlen. Das ist nicht artgerecht!

Es gibt noch weitere Aspekte der Tierhaltung, bei denen Frauchen oder Herrchen in die Natur ihrer Haustiere eingreifen. So wird zum Beispiel sehr viel Geld für Operationen ausgegeben, die dem Tier mehr schaden als nutzen. Dazu zahlen etwa Hüft-Operationen für Katzen und Hunde. Diese Operationsmöglichkeiten sind erstmal gut. Doch wägen Sie ab - welche OP macht in Anbetracht des Alters und des allgemeinen Gesundheitszustandes des Tieres noch Sinn? Nicht alles was möglich ist - sei es nun bei einer OP oder bei der Fütterung - dient dem Wohl des Tieres.

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Die Haustiere der SWR1 HörerInnen

Tiere, Familienmitglied oder sogar der bessere Mensch?

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SWR1 Hörer Markus und seine beiden Hunde, die für ihn zur Familie gehören.

SWR1 Hörer Markus und seine beiden Hunde, die für ihn zur Familie gehören.

"Haustier-Liebe. Mein Reh ist der beste Freund von Ben und darf auch auf die Couch."

SWR1 Hörerin Cornelia: "Unser Hund ist ein Familienmitglied und entsprechend macht man alles für die Fellnase. Er liegt auf der Couch, schläft im Bett und es wurde extra für ihn das halbe Blumenfenster frei gemacht. Da hat er seinen Tagesaussichtsplatz bekommen. Extra gekocht wird nur bei Krankheit, aber es gibt ins Trockenfutter schon mal Rinderhack oder körnigen Frischkäse untergemischt. Tiere sind Lebewesen und genauso sollte man sie auch behandeln."

Der Hund von SWR1 Hörer Heinrich Köhler auf seinem Lieblingsplatz.

Von SWR1 Hörer Reinhold Lichtenthal aus Waldrach: "Für mich entsetzlich zu sehen, wie all zu sehr Haustiere vermenschlicht werden mit Worten und Taten. (...) Ach, wenn die Tiere nur reden und Herrchen und Frauchen sie verstehen könnten. Meine Tiere, zwei Hunde und Katzen, dürfen Tier bleiben."

Von SWR1 Hörer Erich Pfeiffer aus Nister im Westerwald: "Haustiere sind die besseren Menschen! (...) Ich habe im Laufe meines Lebens sechs Hunde gehabt und zu allen eine sehr intensive Beziehung gehabt. Wer nie mit einem Haustier - egal ob Hund oder Katze oder sonst ein Tier - zusammen gelebt hat, hat mein tiefstes Mitgefühl."

"Versammlung der Hunde aller Familienmitglieder und es gibt nie Streit. Das klappt meistens besser, als bei uns Menschen."

Von SWR1 Hörer Kurt: "Wir haben extra das Zimmer umgestellt, damit unsere Sania auf ihrer Couch besser aus dem Fenster sehen kann."